Unsere Schirmspülung wurde mit dem InfraTech-Innovationspreis 2018 ausgezeichnet. Gelsenwasser hat sich die Technik patentieren lassen. Dahinter steckt eine pfiffige Idee mit minimalem Aufwand und maximalem Erfolg.

Die einfachsten Lösungen sind oft die Besten! Das trifft auf unsere Schirmspülung zu. Damit können Ablagerungen und Organismen in Wasserrohren entfernt werden – ganz ohne Chemie.

Praktisch und in jedem Rohrnetz machbar

Dabei fährt ein spezieller Kunststoff-Schirm an einer Seilkonstruktion durch das Wasserohr. „Geringer Aufwand – maximale Wirkung“, erklärt Ingenieur Philipp Jünemann, der das Projektteam „Schirmspülung“ bei Gelsenwasser leitet. „Das technische Prinzip ist einfach genial und völlig praktisch“, findet. „Der Schirm wird durch das Wasser aufgebläht und fährt mithilfe des Wasserstroms durch die Leitung.“ Das Wasser wird aufgewirbelt und dadurch wird alles, was sich im Laufe der Jahre den der Rohrinnenwand ablagert, entfernt. Das können zum Beispiel Metalloxide aus dem Wasser sein, die sich an den Rohrwänden ablagern, aber auch Organismen. „Die Schirmspülung ist so erfolgreich, weil sie praktikabel ist“, bestätigt Philipp Jünemann. „Sie ist weder smart, noch digital, sondern einfach praktisch und in jedem Rohrnetz machbar.“

Pfiffigkeit gewinnt!
„Ausschlaggebend für die Auszeichnung war in diesem Fall die Pfiffigkeit. Dass man die Hydromechanik so toll ausnutzt, um Leitungen zu reinigen, hat die Jury das erste Mal gesehen. Aufgrund der Pfiffigkeit war dann klar, dass dieses Verfahren den Preis gewinnt.“
Jury-Mitglied Dr.-Ing. Sissis Kamarianakis vom Institut für Unterirdische Infrastruktur gGmbH (IKT)

Schirmspülung wurde patentiert

So sieht die Schirmspülung in der Praxis aus: Andreas Wolfermann zeigt, wie der Schirm in die Wasserleitung kommt.

So sieht die Schirmspülung in der Praxis aus: Andreas Wolfermann zeigt, wie der Schirm in die Wasserleitung kommt.

Inzwischen ist sein Team schwer beschäftigt. Denn Gelsenwasser hat die Schirmspülung patentieren lassen und bietet sie als Dienstleistung an. Während Philipp Jünemann als Projektingenieur die gesamte Organisation im Blick hat, kümmern sich Lukas Holtmannspötter und Florian Kunze um die technischen Konstruktionen wie die Seilwinde. Andreas Wolfermann übernimmt federführend den praktischen Betrieb – von der Terminplanung bis zur Schirmspülung bei den Kunden vor Ort. Mehrere Handwerker unterstützen ihn dabei.
Dabei meistert das ganze Team immer wieder unterschiedliche technische Herausforderungen. „Manchmal müssen wir richtig knobeln, aber wir finden immer Lösungen“, erzählt Philipp Jünemann. „Das Team ist wirklich toll – alle sind kreativ und haben hilfreiche Ideen.“

Erfinder Rüdiger Szymczak (r.) erklärt auf der InfraTech am MOdell, wie die Schirmspülung funktioniert.

Erfinder Rüdiger Szymczak (r.) erklärt auf der InfraTech am Modell, wie die Schirmspülung funktioniert.

Und wer hat’s erfunden?

Unterstützung bekommen das Team „Schirmspülung“ vom Erfinder selbst: Rüdiger Szymczak. Er hatte die zündende Idee für das Spülverfahren, die das Team jetzt als Dienstleistung, zum Beispiel für andere Wasserversorger, umsetzt. Er arbeitet als biologisch-technischer-Assistent im Labor der Westfälischen Wasser- und Umweltanalytik. Dass seine Idee mal mit einem Innovationspreis ausgezeichnet werden würde, hätte er nie gedacht. „Das ist natürlich extrem toll“, freute er sich. „Da sieht man mal wieder, dass die einfachsten Ideen oft am besten sind.“

ERFOLGREICHER EINSATZ DER SCHIRMSPÜLUNG
Bergisch Gladbach

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