Auf der Deponie im Styrumer Ruhrbogen entsteht gerade ein neues Windrad. So wird die dezentrale Energieversorgung in Mülheim an der Ruhr ausgebaut. Bald können sich Mülheimer Bürger an dem Windrad beteiligen.

Steht man auf der Bodendeponie im Styrumer Ruhrbogen, hat man eine großartige Aussicht über die umliegenden Städte und die ganze Region. Hier oben hat mit dem ersten Spatenstich für ein Windrad die praktische Umsetzung jahrelanger Planungen begonnen. Das Windrad vom Typ E-82 des Herstellers Enercon aus Aurich mit 2,3 Megawatt Nennleistung und einer Gesamthöhe von 185 Metern über Grund (inklusive Deponie) wird jährlich circa fünf Millionen Kilowattstunden grünen Strom erzeugen.

Deponie im Styrumer Ruhrbogen bekommt Wahrzeichen

„So können rund 2.000 Drei-Personen-Haushalte mit erneuerbarer Energie versorgt werden – das trägt zu einer Vermeidung von 5.500 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr bei“, erklärte Oberbürgermeister Ulrich Scholten beim feierlichen Spatenstich. „Damit wird nun ein Prozess sichtbar, der schon 2009 begonnen hat.“ Er wies darauf hin, dass damals im regionalen Flächennutzungsplan die ersten Windvorang-Gebiete ausgewiesen wurden.

„Die Bürgerinnen und Bürger erhalten die Möglichkeit, sich an dem Windrad zu beteiligen und somit an der energetischen Stadtentwicklung zu partizipieren. Eine entsprechende Internet-Plattform ist im Aufbau“, so das Stadtoberhaupt.

Neues WIndrad in Mülheim an der Ruhr: Spatenstich am Styrumer Ruhrbogen

Bernhard Albers (Leiter Bereich Energie- und Messtechnik, Gelsenwasser), Stephan Dohe (ESR-Geschäftsführer), Oberbürgermeister Ulrich Scholten, Volker Weißhuhn (ebenfalls ESR-Geschäftsführer) und Baudezernent Peter Vermeulen starteten gemeinsam das Bauprojekt.

Windrad wird wichtiger Baustein der dezentralen Energieversorgung

Die Energiepark Styrumer Ruhrbogen GmbH (ESR) hat das Windrad geplant. Die ESR ist eine gemeinsame Gesellschaft von medl (50,1 Prozent) und Gelsenwasser (49,9 Prozent). „Der Bau der Windenergieanlage auf der Deponie ist ein wichtiger Baustein beim Ausbau der dezentralen Energieerzeugung in Mülheim“, erläuterte ESR-Geschäftsführer Volker Weißhuhn. Dass die Wirtschaftlichkeit gesichert ist, haben eine ganzjährige Windmessung und zwei unabhängige Ertragsgutachten festgestellt.

1800 Seiten Genehmigungsantrag wurden eingereicht

Wie umfangreich die Planungen der Anlage waren, erläutert Stephan Dohe, ebenfalls ESR-Geschäftsführer. 1800 Seiten Genehmigungsantrag sind am Ende zusammengekommen. „Das liegt vor allem an dem herausfordernden Standort und der gewissenhaften und sehr umsichtigen Planung der beteiligten Akteure“, so Dohe. Bis Ende des Jahres folgt jetzt der Bau des Fundaments. Für den Netzanschluss am Einspeisepunkt Raffelbergbrücke werden parallel rund zwei Kilometer Kabel umweltschonend im Spülbohrverfahren verlegt. Mit dem Turmbau und der Anlagenmontage wird Anfang nächsten Jahres begonnen. Ende März soll die Anlage dann in Betrieb gehen. Ab diesem Zeitpunkt wird es in Mülheim einen weiteren Eckpfeiler zum Klimaschutz geben. Denn dann produziert das Windrad die erste Kilowattstunde grüne Energie für die Stadt.