In unseren Meeren, Flüssen und Seen schwimmt – für uns unsichtbar – extrem viel Mikroplastik. Einmal im Wasserkreislauf, wird es zur Gefahr für Menschen, Tiere und Pflanzen.

Warum es so wichtig ist Plastikmüll zu vermeiden!

Plastikmüll gefährdet unsere Gewässer. In den Meeren schwimmt extrem viel – von PET-Flaschen über Plastiktüten bis hin zu Fischernetzen. Das hat nicht nur schlimme Folgen für die Natur und die Tiere, sondern auch für uns Menschen!
In unseren Gewässern schwimmen ganze Inseln und Strudel aus Plastikmüll. Im Nordpazifik gibt es einen Müllstrudel, der so groß ist wie Zentraleuropa. Sieben Millionen Tonnen Plastikmüll landen jedes Jahr in den Meeren. Pro Quadratkilometer schwimmen zirka 46.000 Teile Plastikmüll. Das hat schlimme Folgen für die Tier- und Pflanzenwelt, aber auch für uns Menschen.

75 % des Mülls in den Weltmeeren besteht aus Plastik!

Der Müll gelangt auf verschiedene Wege in die Ozeane

Über Abwassersysteme gelangen vor allem kleinste Plastikteile ins Meer. Die stammen zum Beispiel aus Kosmetika oder von Textilien aus der Waschmaschine. Das Mikroplastik wird von Tieren wie Fischen aufgenommen – und landet dann über den Nahrungskreislauf am Ende wieder auf unserem eigenen Teller und in unserem Körper. Welche Folgen (Schäden) das für den menschlichen Organismus hat, ist noch nicht wissenschaftlich erforscht.

Ein seltener Anblick geworden: Gewässern ohne Plastikmüll

Ein seltener Anblick geworden: Gewässern ohne Plastikmüll

Netze, Körbe, Schnüre – beim Fischfang landet jede Menge Müll im Meer. Vieles geht einfach auf hoher See verloren und verschwindet in den Wellen – anderes wird absichtlich im Meer entsorgt! Tiere verfangen sich in dem Müll, ersticken oder verhungern qualvoll in den Netzen.
Die Entsorgung von Plastikmüll im Meer ist weltweit verboten. Trotzdem entsorgen Schiffe Müll – absichtlich oder unabsichtlich – im Wasser. Zudem verlieren Schiffe häufig Teile ihrer Ladungen, Container und Fässer. Die landen dann auch auf dem Meeresgrund oder werden Teil der riesigen Müllstrudel.

Schon gewusst? Bis zu 2000 kleinste Plastikfasern verlieren Fleece- und Kunstfasertextilien bei einem Waschgang. Die Teile sind so klein, dass sie nicht im Sieb der Waschmaschine oder in der Kläranlage herausgefiltert werden können. Und landen dann über das Abwasser in Flüssen und im Meer.


Tiere fressen den Plastikmüll

Ist der Plastikmüll im Wasser, wird er von Tieren aufgenommen. Plankton, Krebse, Schildkröten, Seevögel, Fische, Wale und selbst Quallen fressen das Mikroplastik, aber teilweise auch große Plastikteile. Sie verwechseln es mit ihrer natürlichen Nahrung. Immer wieder werden große Mengen Plastikmüll in den Mägen toter Seevögel und Wale gefunden. Als in der Nordsee Anfang 2016 Pottwale strandeten, fanden Wissenschaftler im Magen mehrerer Tiere Unmengen an Plastik und on einem Pottwal sogar ein 13 Meter langes Schutznetz aus der Krabbenfischerei! Es wurden auch schon große Meeresbewohner mit mehreren hundert Kilogramm Plastik im Magen gefunden.
Über die Nahrungskette gelangt das Plastik dann wieder auf unsere eigenen Teller.

Mit dem Begriff „Mikroplastik” werden Partikel bezeichnet, die einen Durchmesser von weniger als fünf Millimeter haben.

Was ist das Gefährliche an Mikroplastik?

Plastik ist extrem widerstandsfähig. Es dauert sehr lange, bis  Müll im Meer abgebaut ist. Größere Teile zerfallen über die Jahrzehnte und sogar Jahrhunderte in kleinste Plastikteile. 80 % der Plastikabfälle in den Weltmeeren kommen vom Festland und werden durch Wind, Überschwemmungen, Flüsse und vom Strand ins Meer getragen.


So lange dauert es, bis Plastik im Meer zersetzt wird!

Plastikflasche – 450 Jahre
Angelschnur – 600 Jahre
Dose – 450 Jahre
Wegwerfwindel – 450 Jahre
Plastiktüte – 10-20 Jahre
Zigarettenkippen – 1-5 Jahre
Getränkehalter aus Plastik – 400 Jahre
Pappkarton – 2 Monate
Papiertragetasche – 2-4 Wochen

Grafik Plastikmüll im Meer

Grafik vom Umweltbundesamt
HIER gibt es mehr Infos dazu,  warum und wie genau Ihr Plastiktüten im Alltag vermeiden könnt!



Giftstoffe lagern sich auf den Plastikstoffen an
Außerdem enthält Plastik schädliche Stoffe wie Weichmacher, aber auch Flammschutzmittel. Noch schlimmer ist allerdings, dass die Plastikteilchen selbst Giftstoffe wie Magneten anziehen. Sie lagern sich an deren Oberfläche an und werden dann von den Meeresbewohnern mitgefressen. So gelangen die Giftstoffe in die Nahrungskette.

Wasserschutz beginnt Daheim
So wenig Plastikmüll wie irgendwie möglich produzieren und diesen nie in der Natur wegschmeißen! Die richtige Entsorgung und das Recyclen sind extrem wichtig. Das ist im Alltag gar nicht so schwer.

Das könnt Ihr zu Hause tun!

– Plastiktüten verbannen! Stattdessen Stofftaschen und Körbe verwenden.
– Auf Einwegplastik verzichten! Plastikflaschen, Plastikgeschirr, Strohhalme usw. vermeiden.
– Leitungswasser statt Mineralwasser trinken.
– Plastikmüll korrekt entsorgen.
– Keine Kosmetika mit Mikroplastik kaufen.
– Möglichst viele Produkte ohne Plastikverpackungen kaufen.

Als ersten Schritt könnt Ihr PET-Flaschen verbannen. Leitungswasser hat die bekanntlich die beste Umweltbilanz. Glasflaschen sind ebenfalls deutlich besser als PET-Flaschen, aber natürlich schwerer zu schleppen.
Den Flaschen folgen die Plastiktüten! Auch auf die können wir problemlos verzichten. Stofftaschen und Körbe eignen sich mindestens genauso gut, wenn nicht sogar besser zum Einkaufen.  Einfach immer einen Stoffbeutel klein zusammengefaltet mitnehmen – und schon kann man bei allen Besorgungen und beim Shoppen auf Plastiktüten verzichten.
Mikroplastik versteckt sich auch in vielen Kosmetika – vom Peeling bis zur Zahnpasta. Wer beim Kauf darauf achtet, Produkte ohne Plastikkügelchen zu kaufen, schont die Umwelt und unsere Gewässer. Da hilft nur ein genauer Blick auf die Inhaltsstoffe: Sind zum Beispiel Kunststoffe wie Polyethylen (PE) oder Polypropylen (PP) enthalten, sollte man zu einem Alternativprodukt greifen.
Sehr viele Verpackungen aus Plastik lassen sich ohnehin einfach vermeiden. Warum zu den eingepackten Bananen und Äpfeln greifen, wenn es die auch „lose“ gibt?! Schon wer beim Einkaufen bewusst versucht, nicht unnützerweise in Plastik Verpacktes zu kaufen, wird das bei der Füllmenge der Mülltonne schnell bemerken. Die Mülltrennung und das korrekte Entsorgen sind ebenfalls wichtig. Grundsätzlich sollte Müll natürlich nur dort entsorgt werden, wo er hingehört. Auch auf Produkte aus PVC (Polyvinylchlorid) und PC (Polycarbonat) kann man sicher öfter verzichten als man meint.

Mikroplastik in Kosmetika

Sehr viele Kosmetikartikel enthalten Mikroplastik: Peeling, Duschgel, sogar Lippenstift und Make-Up. Unterschieden wird da zwischen so genannten Rinse-Off-Produkten, die wieder abgespült werden, und Leave-on-Produkten, die auf der Haut verbleiben. Auch das Mikroplastik aus diesen Produkten gelangt über das Abwasser in unsere Umwelt. Sie stammen aus ganz verschiedenen Kunststoffen. Die Definition von Mikroplastik ist in der Kosmetikbranche leider nicht einheitlich. Das sind die gängigsten:

Acrylates Copolymer (AC)
Acrylates Crosspolymer (ACS)
Ethylenvinylacetat Copolymer (EVA)
Nylon / Polyamid (PA)
Polyacrylat (PAK)
Polymethylmetacrylat (PMMA)
Polyquarternium (PQ)
Polyethylen (PE)
Polyethylenglycol (PEG)
Polyethylenterephthalat (PET)
Polypropylen (PP)
Polypropylenglycol (PPG)
Polystyrol (PS)
Polyurethan (PUR)

Wer die Umwelt schonen will und deshalb zu Mikroplastik freien Kosmetika greift, muss daher beim Einkauf im Drogeriemarkt genau auf das Etikett schauen. Oft genug stehen nicht mal alle Inhaltsstoffe darauf, weil Lippenstift, Cremetigel und Co einfach zu klein sind. Dann muss das Geschäft eigentlich eine Liste mit den Inhaltsstoffen haben, die man sich zeigen lassen kann – in der Praxis ist das aber nicht immer so. Etwas praktikabler ist es daher, zu Naturkosmetik zu greifen. Es gibt in Deutschland verschiedene Siegel für Kosmetika ohne Mikroplastik: BDIH, NaTru, EcoCert, Demeter… Der BUND hat dazu einen Einkaufsratgeber gemacht.

BUND-Einkaufsratgeber downloaden

 

Ihr möchtet mehr wissen über das Thema. Wir haben einige Links für Euch zusammengestellt:

Über Plastikmüll im Meer
WWF: Das kann kein Meer mehr schlucken: Unsere Ozeane versinken im Plastikmüll.
Greenpeace: Meeresschutz
OceanCare: Projekte und Kampagnen – Plastikverschmutzung

Über Mikroplastik
Umweltbundesamt: Mikroplastik in Kosmetika
BUND: Meeresschutz – Müll und Mikroplastik
GELSENWASSER: Das Wasser braucht Sie!
NDR: 800 Holztäfelchen gegen Meeresmüll
Utopia: 12 Tipps Mikroplastik zu vermeiden

Videos
OceanCare: Erklär-Video Plastikmüll
Greenpeace: Plastikmüll im Meer
WDR: Mikroplastik in Kosmetika
Greenpeace: Plastik auf der Spur

Herzlichen Dank an OceanCare für das Video!

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