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Die drei großen zentralen Themen in der Wasserwirtschaft derzeit: PFAS, Infrastruktur-Schutz und Phosphorrückgewinnung

Die zentralen Herausforderungen der Wasserwirtschaft

Dr. Arnt Baer / 10. Juni 2026

Podcast GLASKLAR mit Martin Weyand vom BDEW
GLASKLAR
Die zentralen Herausforderungen der Wasserwirtschaft
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Martin Weyand spricht im Podcast GLASKLAR über die großen Hebel der Wasserwirtschaft: Phosphor zurückgewinnen, PFAS vermeiden und Infrastruktur schützen.

Die aktuelle Folge unseres Podcasts GLASKLAR entstant dort, wo sich die Infrastrukturbranche trifft: auf der IFAT in München. In dem Gespräch schildert Martin Weyand, Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser beim BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft), wie sich Messe und  Wasserwirtschaft über die Jahre weiterentwickelt haben – mit immer stärkerem Fokus auf Innovation, Kreislaufwirtschaft und Sicherheit.

Dr. Arnt Baer von der GELSENWASSER AG sitzt links, Martin Weyand vom BDEW rechts, an einem Tisch, dazwischen das Mikrofon für die podcast-Aufnahme in einem ruhigen Raum während der IFAT 2026 in München.

Dr. Arnt Baer (links/GELSENWASSER AG) und Martin Weyand (rechts/BDEW) im Gespräch auf der IFAT 2026. Dort entstand die aktuelle GLASKLAR-Folge.

Phosphorrecycling braucht verlässliche Rahmenbedingungen

Ein zentrales Thema im Gespräch ist Phosphorrecycling. In enger Abstimmung mit der Branche und dem Bundesumweltministerium arbeite der BDEW daran, dass bis 2029 eine funktionierende, wirtschaftliche Kreislaufwirtschaft für Phosphor entsteht. Mit Verweis auf die kürzlich veröffentlichte Studie betont Weyand, dass eine gesetzliche Rezyklatquote im Phosphatmarkt nötig sei, damit Nachfrage entsteht und Investitionen sich lohnen.

Mit Blick auf die Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) bewertet er die Herstellerverantwortung, die insbesondere auch Pharma- und Kosmetikindustrie einbezieht, als richtigen Schritt. Nun komme es auf eine praktikable Umsetzung im nationalen Recht an.

PFAS: Vermeidung statt Grenzwertdebatte

PFAS, die sogenannte „Ewigkeitschemikalien“, finde sich in vielen Alltagsprodukten, von Pfannen bis Outdoor-Kleidung, und wirken toxisch auf Menschen und Umwelt. Weyand macht deutlich: Die Belastung erfolgt überwiegend über Lebensmittel, weniger über Trinkwasser. Eine reine Verschärfung von Grenzwerten löse das Problem nicht. Einzige Lösung sei die Vermeidung durch einen schrittweisen Ausstieg und neue Produktalternativen.

Der Großteil der PFAS-Aufnahme erfolgt über Lebensmittel – über Trinkwasser nehmen wir im Vergleich deutlich weniger auf. Niedrigere Grenzwerte im Trinkwasser allein lösen das Problem daher nicht.

Martin Weyand / Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser des BDEW

Physische Bedrohungslage wächst

Die Bedrohung kritischer Infrastrukturen nimmt zu – auch durch den Einsatz moderner Technologien wie Drohnen. Infrastruktur rücke stärker ins Visier möglicher Angriffe. Nötig sind Anpassungen bei Transparenz- und Datenschutzregeln, etwa bei öffentlich zugänglichen Anlagendaten und beim Einsatz von Videoüberwachung. Gleichzeitig erfordern wirksame Schutzmaßnahmen zusätzliche Investitionen, die sich auch in Gebühren und Wasserpreisen niederschlagen können.

Bildnachweise

Porträt Martin Weyand: © BDEW / Janine Schmitz
Aufnahmesituation: © GELSENWASSER AG