Smartphone-Akkus richtig aufladen – da ist Fingerspitzengefühl gefragt.  Wir haben Tipps wie Sie die Lebensdauer eines Lithium-Ionen-Akkus verlängern können.

Ist der Akku leer, dann hängt man das Smartphone ans Ladegerät. Anfangs geht es immer schnell, doch irgendwann lässt der Akku eines jeden Smartphones nach. Das Aufladen dauert und dauert, der Akku ist schnell wieder leer. Am Anfang hat er doch viel länger gehalten. Woran liegt das? Wir haben wichtige Infos rund um Smartphone-Akkus gesammelt und Tipps zum Aufladen zusammengestellt!

Smartphones haben so genannte Lithium-Ionen-Akkus, kurz LiIon.  Diese werden auch in anderen mobilen Endgeräten wie Laptops und Tablets verbaut.  Gleiches gilt für Lithium-Polymer-Akkus. Deren Vorteile sind die hohe Energiedichte, ihre Langlebigkeit und der geringe Wartungsaufwand. Halten sollen sie mehr als 300 Ladezyklen, je hochwertiger, desto mehr schaffen sie! Aber nur, wenn die Akkus jederzeit richtig gepflegt werden. Im Alltag geht die richtige Pflege der empfindlichen Akkus aber bei uns allen völlig unter. Dabei kann man mit ein paar einfachen Maßnahmen die Lebenszeit des Akkus (und damit oft des Smartphones) verlängern.
Grundsätzlich haben alle Smartphone-Akkus inzwischen eine elektronische Sicherung, die vor Überhitzung Kurzschluss und Überladen schützt. Die Ladeelektronik sorgt auch dafür, dass der Ladestrom, Eingangs- und Ausgangsspannung, optimal gesteuert wird. So lange sie korrekt funktioniert, muss man sich da keine Sorgen machen!

Optimaler Ladezustand liegt bei 30 bis 70 Prozent

Idealerweise ist der Akku permanent zwischen 30 und 70 Prozent aufgeladen. Das schont ihn. Also nicht ständig völlig entladen und aufladen. Denn ständiges Auf- und Entladen  belastet die Elektroden eines Akkus sehr stark – somit sinkt seine Lebensdauer.
Gut ist es daher, das Smartphone schnell ans Ladegerät zu hängen, wenn der Akku warnt bzw. der „Akku-Balken“ weniger als 30 Prozent anzeigt. Dann auch am besten direkt ganz voll aufladen. Hat das Handy aber noch über 50 bis 70 Prozent „Saft“, dann sollte man mit dem Aufladen noch warten, bis der Ladezustand niedriger als 30 Prozent ist. Mal eben für 10 Minuten ans Netz hängen, schadet also dem Akku mehr als es nützt.

3 Tipps: Das sollten Sie auf keinen Fall machen

  1. Auf keinen Fall sollte man den Smartphone-Akku ständig am Netz haben. Auch das belastet ihn enorm. Also: Nach dem Laden den Stecker ziehen!
  2. Ebenfalls gut: Den Akku bei Zimmertemperatur laden und nicht bei Hitze oder Kälte.  Extreme Temperaturen (als Richtwert gelten unter 10 und über 40 Grad Celsius) lassen den nämlich schneller altern.
  3. Taschen und Hüllen sollten beim Laden entfernt werden. So wird verhindert, dass sich die Wärme darunter staut – und das teure Handy sich zu sehr aufheizt.

Wer sein Handy mal länger nicht benutzt, zum Beispiel weil man es zu Hause lässt statt mit in den Urlaub zu nehmen (oft so beim Diensthandy), der sollte in der Zwischenzeit den Akku herausnehmen und in einer Schublade lagern. Lässt der Akku sich nicht herausnehmen, dann sollte man es mit etwa 50 Prozent Ladezustand zur Seite legen. Auf keinen Fall ganz aufladen oder aber auf der Fensterbank in der prallen Sonne liegen lassen. Hitze beschleunigt den Alterungsprozess der Elektroden im Akku, die dann mit der Zeit oxidieren.

So funktioniert das Aufladen!

Moderne Lithium-Ionen-Akkus werden folgendermaßen aufgeladen:  Bis 80 Prozent wird das Schnellladeverfahren genutzt. Danach folgt eine Erhaltungsladung, das heißt, die Spannung wird immer geringer. Sobald 100 Prozent Leistung erreicht sind, sorgt die Ladeelektronik dafür, dass die Erhaltungsspannung deaktiviert wird. Bleibt das Smartphone weiter am Netz, wird der Akku erst wieder bei 95 Prozent Leistung aufgeladen. Wird das Smartphone beim Laden ausgeschaltet, lädt der Akku übrigens schneller auf. Auch im Offline- oder Flugmodus lädt es schneller, weil deutlich weniger Strom verbraucht wird.
Ist die Akkulaufzeit geringer geworden, kann man den Smartphone-Akku neu kalibrieren. Damit sagt man der Ladeelektronik, welche Kapazität der Akku tatsächlich hat. Wird ein Akku nicht vollständig ent- oder aufgeladen, dann stimmt die tatsächliche Kapazität nicht mehr mit der in der Ladeelektronik vermerkten überein. Das kann die Akkuleistung reduzieren.

Akku kalibrieren 1. Akku auf 100 Prozent aufladen und mindestens eine weitere Stunde am Ladegerät lassen. 2. Danach das Handy nutzen, bis der Akku vollständig leer ist. 3. Smartphone zwei bis drei Stunden „leer“ liegenlassen (nicht länger, sonst wird der Akku zu sehr beansprucht). 4. Wieder aufladen auf 100 Prozent. Danach sollte die Ladeelektronik den tatsächlichen Akkuzustand wieder erkannt haben.

Schon gewusst – was ist ein Ladezyklus?
Ein Ladezyklus bedeutet, den Akku einmal komplett aufzuladen- und zu entladen.  Das muss aber nicht „an einem Stück“ gemacht werden. Ein Ladezyklus kann auch unterbrochen und später fortgesetzt werden.

Auf das Ladezubehör achten

Ladegeräte gibt es viele, und es muss auch nicht immer das vom Hersteller sein. Günstige Produkte erfüllen auch ihren Zweck, allerdings sollte man auf die Qualität achten. Das ist allerdings sehr schwer. Allein das CE-Zeichen kann Aufschluss geben. Wichtig ist, dass das Ladegerät den Herstellerempfehlungen und -spezifikationen folgt und die Ladeelektronik effektiv ist. Funktioniert die nicht richtig oder ist defekt, kann das teure Smartphone Schaden nehmen.
Übrigens: Nicht immer ist es nur der alternde Akku, der die Akkulaufzeit bei einem Smartphones schmälert. Mit der Zeit laden wir immer mehr Apps herunter, die alle „Saft“ benötigen. Und da frühere Handys weitaus weniger Apps und Funktionen hatten, die weniger Strom verbraucht haben, mussten die Handys auch entsprechend weniger oft aufgeladen werden. Weniger Ladezyklen – längeres Akkuleben. Heutzutage gibt es viele „Energiefresser“ wie GPS und WLAN. Die Akkulaufzeit hängt daher auch stark von der individuellen  Nutzung ab.

Das erste Aufladen
Das neue Smartphone ist endlich da, oder endlich ein neuer Akku zum Austauschen. Das erste Aufladen ist besonders wichtig, denn das ist quasi die Kalibrierung  des Akkus. Dabei erkennt die Ladeelektronik, wie groß die tatsächliche Kapazität ist. Also: Akku voll aufladen und das Smartphone danach noch eine Stunde am Netzteil lassen. Danach normal verwenden bis der Akku vollständig leer ist und das Handy ausgeht. Anschließend normal aufladen!

Mobiler Notfallhelfer Powerbank

Wer unterwegs ist und so gar nicht auf sein Smartphone verzichten kann, der hat sicher längt eine Powerbank in der Tasche. Damit lässt sich das Handy bequem unterwegs aufladen. Wer regelmäßig zu dem mobilen Retter in der Not greift, der sollte das so machen, dass der Akku geschont wird:
– Powerbank nur mit dem Handy verbinden, wenn das noch 10 bis 20 Prozent „Saft“ hat.
– Den Akku der Powerbank nie komplett entladen.
– Das Handy nur bis 80 Prozent aufladen.
Auch die Powerbank sollte nie extremen Temperaturen ausgesetzt werden. Dann hält sie länger. Übrigens gilt: Je größer die Kapazität der Powerbank, desto höher auf Dauer ihre Überlebenschancen.

Hinweis
Den so genannten Memory-Effekt gibt es laut Wissenschaft bei Lithium-Ionen-Akkus nicht. Angeblich verringert sich dabei die Akku-Leistung, wenn er nicht immer völlig entladen ist, bevor er wieder aufgeladen wird. Den Effekt gibt es, aber er betrifft zum Beispiel ältere Nickel-Cadmium-Akkus.

 

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