Wärmelecks aufspüren und sichtbar machen – das kann die Thermografie. Sie dient als Inspektionshilfe und bewertet die Bauqualität. Auch Gelsenwasser bietet den Service an – und für Kunden sogar zum Sonderpreis.

Alle Gegenstände, die Temperatur haben, senden eine elektromagnetische Strahlung aus. Die können nur wenige Tiere wahrnehmen, zum Beispiel Schlangen oder Insekten. Der Mensch braucht spezielle Kameras, um sich ein Bild von der Temperaturverteilung zu machen zu. Dazu kommt die Thermografie zum Einsatz: Sie wandelt die unsichtbare Infrarot-Strahlung in elektrische Signale um. Das Praktische für Hausbesitzer: Dadurch kann nicht nur die Temperaturverteilung der Haushülle aufgedeckt werden. Auch Wärmeverluste werden sichtbar, energetische Schwachstellen des Hauses aufgezeigt. Als Früherkennung hilft sie, anbahnende oder vorhandene Schäden ans Tageslicht zu bringen.

„Welche Temperatur herrscht in meinem Gebäude oder an welchen Stellen geht wertvolle Wärme verloren? Die Thermografie liefert Antworten, spürt Lecks auf und bewertet die Qualität der handwerklichen Bauleistung, dient folglich als Inspektionshilfe.“
Thermograf und Energieexperte Jörg Albert

Die Geschichte der Thermografie

„Dabei gab es die Thermografie schon immer“, so Albert. „Doch die Wärmestrahlung wurde erst im Jahr 1800 von dem Astronom Wilhelm Herschel entdeckt. 40 Jahre später schaffte er es, die Temperaturverteilung auf Oberflächen sichtbar zu machen. Das geschah durch Verdampfungsraten eines dünnen Ölfilms – die Stunde der ersten Wärmebilder.“
Knapp hundert Jahre später, 1960, kam die erste Wärmebildkamera auf den Markt. „Doch für die Praxis war sie leider unbrauchbar. Sie arbeitete noch mit einer Belichtungszeit von zehn bis 15 Minuten, sehr ungenau also“, erklärt Albert. Kein Vergleich zu der von heute! Um 2000 wurden die Vorgängermodelle nämlich revolutioniert. Und zwar durch folgende Idee: „Eine Matrix mit zigtausend temperatursensiblen Detektoren entpuppte sich als Lösung und wird von nun an genutzt. Sie schafft es, die Temperatur in einem Zug zu messen – und das ganz ohne Verwackeln.“ Eine Millionen Pixel und über eine Millionen Temperaturmessungen erfasst sie ohne Probleme gleichzeitig. „Wir bewegen uns hier bei einer Genauigkeit von unter 0,03 Kelvin. Exakter geht es nicht“, unterstreicht Albert.

Die richtige Vorbereitung für eine Gebäudethermografie

Bevor die fertigen Bilder vorliegen und vom Profi analysiert werden können, wird der Thermografie-Termin genau geplant: „Die Umstände müssen passen! Es muss Dunkel und trocken sein. Und die fünf Grad sind optimal. Sonst baut sich kein hinreichender Temperaturunterschied zwischen Haus und Umwelt auf“, erklärt der Experte. „Werden goldene Regeln wie diese nicht berücksichtigt, ist die Folge fatal. Fehler in der Messung schleichen sich ein.“ Daher ist Albert mit seinem Team nur zwischen November und März unterwegs – zur frühen Morgen- oder Abend-stunde.
Daneben kann aber auch der Hausbesitzer eine große Unterstützung sein, wenn er den einen oder anderen Tipp beherzigt. Albert verrät: „Vor dem Thermografie-Termin muss unbedingt gleichmäßig geheizt werden. Sechs Stunden vorher anfangen – Minimum! Sonst locken uns Unstimmigkeiten in den gemessenen Temperaturen auf die verkehrte Fährte.“

Richtiges Heizen ist wichtig für korrekte Thermografie-Bilder

Unten im Wohnzimmer, dort wo gewohnt, gekocht, gelebt wird, herrschen oft um die 22 Grad. Das sieht oben im Schlafzimmer schon wieder anders aus. Hier ist es kühl, manchmal stehen die Fenster auf Kipp. „Daher kann die Temperatur schon mal bis zu zehn Grad abweichen. Doch gerade diese Differenz ist äußerst ungünstig – die Bilder verfälschen.“
Aber nicht nur das richtige Heizen erleichtert die Arbeit des Thermografen enorm. „Auch die wachsamen Nachbarn sollten vorab über unser Kommen informiert werden, Tiere empfehle ich grundsätzlich im Haus zu lassen.“ Jörg Albert spricht da aus jahrelanger Erfahrung. Während seiner Außeneinsätze erlebte er schon die kuriose Zwischenfälle wie diese: „Aus Vorsicht informierten besorgte Bewohner einmal die Polizei, weil sie dachten, ein Einbrecher macht sich am Haus zu schaffen. Dabei war ich es, der alles inspizierte und die Kamera aufstellte.“ Aber nicht nur das: „Bei einem anderen Termin kam ein dicker Rottweiler um die Ecke gerannt, direkt auf mich zu. Überraschungen liebe ich ja, aber nicht solche“, schmunzelt er.

Wärmebilder zeigen, wo Energie verloren geht

Die Aufnahme selbst dauert keine 20 Sekunden. Dabei wird das gesamte Gebäude unter die Lupe genommen und abgelichtet. Die geschossenen Wärmebilder zeigen dann die Ergebnisse. Sie werden Thermogramme genannt und sind knall bunt: Blaue, lila oder schwarze Töne zeigen kalte, also gut gedämmte Stellen. Hier geht weniger Wärme verloren. Rote, gelbe oder grüne Flächen hingegen heben die Stellen hervor, aus denen Wärme weicht, hohe Wärme-Abstrahlungen sind weiß gefärbt. „Ist das Gebäude gut gedämmt, ist die Oberflächentemperatur nah an der Lufttemperatur. Der Unterschied ist dann minimal. Bei einer schlechten Dämmung ist es genau umgekehrt.“
Dabei gilt folgende Faustregel: Je massiver und stabiler ein Bauteil ist, desto stärker lässt es Wärme durch. Jörg Albert betont: „Die Ziegel von heute haben nicht umsonst kleine Löcher. Das machen die Hersteller nicht, um Material zu sparen und die Kunden über den Tisch zu ziehen, sondern um die Dämmhöhe zu steigern und den Wärmedurchfluss zu vermindern. Vollziegel mögen zwar vom Schallschutz her punkten, aber dämmtechnisch sind sie eher eine Niete.“

„Die Thermografie ist für jeden das Richtige!“

Aber nicht nur hier verstecken sich Wärmlecks. Sie können überall lauern: Undichte Fenster, fehlende oder schlechte Dämmung von Außenwänden oder auch Heizkörpernischen: „Daher ist eine Thermografie für jeden das Richtige!“
Albert kennt seine Zielgruppe genau. Sie lässt sich in drei Typen von Hausbesitzern einteilen. Die meisten Anfragen stammen von denen, die bislang keine Vorkenntnisse über ihren Bau haben und einfach wissen wollen, welche Schwachpunkte vorhanden sind. Dann gibt es auch die, die vor Jahren schon eine Thermografie durchgeführt haben, im Anschluss renovierten und dann vor der Frage stehen, ob der Umbau nützlich war. Zudem interessieren sich Neubaukunden vermehrt für eine Thermografie – gerade wenn sie wissen möchten, ob ihr Gebäude abnahmefähig ist. „Und die Antwort erhalten sie auf jeden Fall nach gut zwei Wochen, wenn die Auswertung samt Fotos vorliegt“, so Albert.
Für Ungeduldige gibt es inzwischen Wärmekameras für den Privatgebrauch. Ob diese mit den Professionellen mithalten können? „Nicht im Geringsten. Gerade Wärmebildkameras fürs Smartphone sind auf den ersten Blick praktisch, halte ich aber für keine gute Idee. Sie können den Kameras, mit denen Experten arbeiten, in punkto Genauigkeit nie im Leben das Wasser reichen. Und wenn es dann um die Auswertung geht, macht sich Ratlosigkeit breit“, lautet die Meinung von Jörg Albert.

 

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AUTORIN
Karolin Kampschulte

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