MTB-Profi Ben Zwiehoff macht seit einem Jahr „Zwillingskarriere“ bei Gelsenwasser. Als Gastautor erzählt er, was er sportlich und beruflich erlebt hat. Ein Ausflug hinter die Kulissen des Profisports.

Wenn sich jetzt beim Lesen der Überschrift jemand fragt, warum irgendeine studentische Aushilfe aus der Unternehmenskommunikation hier einen Blogeintrag schreibt, und für alle diejenigen, die unser cooles Youtube-Video noch nicht gesehen haben, darf ich mich kurz vorstellen.

Wer ist eigentlich Ben Zwiehoff?

Mein Name ist Ben Zwiehoff. Ich bin 23 Jahre alt, Student der Rechtswissenschaften und jetzt ziemlich genau ein Jahr Teil des Teams hier bei Gelsenwasser. Das ist eins von zwei Leben, die ich im Moment lebe. Denn eigentlich bin ich Radprofi, besser gesagt Mountainbike-Profi, und seit 2010 Teil der deutschen Nationalmannschaft. Seit meinem fünften Lebensjahr mache ich nichts anderes als jeden Tag auf mein geliebtes Fahrrad zu steigen und damit quer durchs Ruhrgebiet zu fahren.

Abi, Studium und der Traum vom Sportprofi

Nach mehreren Top 5-Platzierungen im Junioren-Weltcup und meinem Abitur 2012 stellte sich mir die Frage, welches Leben auf mich warten würde. Einerseits war es seit meiner Kindheit mein Traum Radprofi zu werden und einmal im Leben zu Olympia zu fahren. Andererseits verlief meine schulische Laufbahn ebenfalls sehr gut. Das Abitur in zwölf Jahren, weil ich eine Klasse übersprungen hatte, und neben dem Sport eine Eins vor dem Komma als Abschluss zeigten mir, dass mein Leben auch ohne eine Profikarriere durchaus erfolgreich verlaufen kann.

Den ersten Profi-Vertrag 2014 unterschrieben

Ben hat alles im Blick: Studium, Beruf und Sportkarriere

Ben hat alles im Blick: Studium, Beruf und Sportkarriere

Damals entschied ich mich dennoch erst einmal alles auf meinen Traum zu setzen! Zwar begann ich nebenbei ein BWL-Studium, jedoch stand der Sport ab da immer an erster Stelle. 2014 unterschrieb ich dann meinen ersten Profivertrag beim Hamburger Radhersteller Bergamont, für den ich bereits seitdem ich mit dem Sport angefangen habe, auf den Strecken unterwegs bin. Parallel tauschte ich mein BWL-Studium gegen das Studium der Rechtswissenschaften, welches mich bis dato immer mal wieder auf Trab hält. Zwar werde ich keinen Abschluss in Regelstudienzeit schaffen, aber das war auch nie mein Ziel.

Mit der „Zwillingskarriere“ von der Sportstiftung NRW zu Gelsenwasser

2016 kam ich dann über die sogenannte „Zwillingskarriere“ der Sportstiftung NRW hierhin zu Gelsenwasser. Bei diesem nordrhein-westfälischen Projekt geht es darum, Sportlern, die hervorragende studentische und sportliche Leistungen erbringen, den Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern. Dieses Experiment war sowohl für mich, als auch für Gelsenwasser Neuland. Man sagte mir zwar, dass dort ein sehr flexibler Arbeitgeber auf mich warten würde, allerdings hatte ich anfangs so meine Zweifel, ob man hier im Haus mit so einem Chaoten wie mir klar kommen würde. 😉 Trotzdem unterschrieb ich also einen Vertrag für ein Jahr, in dem ich 200 Stunden arbeiten sollte. Das klingt nach relativ wenig Zeit, wenn man aber dabei bedenkt, dass mir zwischen Ende Januar und Anfang Oktober nicht nur kaum ein freier Tag zur Verfügung steht, sondern ich mich auch Jahr für Jahr auf eine Reise um den gesamten Globus begebe, dann sind 200 Stunden auf jeden Fall das richtige Maß.

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Büroalltag als Ausgleich zum action-geladenen Training

Meine Reise durch das Gelsenwasser-Unternehmen begann in der Abteilung „Unternehmensentwicklung – Projekte“ (kurz UEP) mit Stephan Dohe als „Mentor“. Das war ein echter Glücksgriff. Ich kam in eine junge, hippe Abteilung, in der ich mich super wohl gefühlt habe. Das gesamte Team hat mir meinen Einstieg sehr erleichtert. Ich ließ mich vor allem im Winter neben zahlreichen Trainingslagern immer mal wieder für ein paar Tage blicken und arbeitete an mehreren Themen des Kommunalrechts. Zu meiner großen Freude war es nie ein Problem, die Arbeit mit meinem Sport zu verbinden und einen Plan zu entwickeln, in den beides hervorragend reinpasste. Darüber hinaus erwies sich die Arbeit bei Gelsenwasser als super Ausgleich zu meinem actiongeladenen Alltag, in dem eine Trainingseinheit auf die andere folgt.

Es tut sogar sehr gut, zwischendurch mal eine Woche am Schreibtisch und im Büro zu verbringen – auch wenn mir das kaum jemand glaubt.

Ausgerechnet bei der Weltmeisterschaft fehlte das Quäntchen Glück

 Der Büroalltag ist ein perfekter Ausgleich zu Ben Zwiehoffs action-geladenem Training.

Der Büroalltag ist ein perfekter Ausgleich zu Ben Zwiehoffs action-geladenem Training.

Während das Jahr 2017 quasi mein Start ins Berufsleben darstellte, war es gleichzeitig auch der Beginn meiner richtigen Profikarriere. War ich bis dato immer noch in der U23-Kategorie startberechtigt, durfte ich mich in diesem Jahr mit den Besten der Besten messen. Durch die perfekte Vorbereitung im Winter war ich bereits früh in der Saison in Topform und konnte bei den ersten größeren Rennen andeuten, dass ich an einem guten Tag wohl zu dem erlesenen Kreis der besten 20 Fahrer auf der Welt zähle.
In meinem Sport gehören aber nicht nur eine absolute Topform, sondern auch jede Menge Glück zu den Grundvoraussetzungen, um nach ganz vorne zu fahren. Dieses Quäntchen Glück hat mir leider häufig, vor allem im Weltcup und bei der Weltmeisterschaft in Australien, gefehlt. Mal lag ich aussichtsreich auf Top-15-Kurs, wie z.B. beim Weltcup in Tschechien, wo mir dann die Kette riss. Und mal wollten meine Beine nicht so, wie ich es vielleicht wollte, z.B. bei der WM, bei der ich nur 48. wurde.
Dennoch habe ich z.B. bei der Europameisterschaft, die ich auf dem 20. Platz im Einzel und auf Platz Vier im Team beendet habe, bewiesen, dass es nicht mehr allzu viele Fahrer auf der Welt gibt, die schneller auf dem Mountainbike unterwegs sind als ich.

Insofern bin ich mit beiden Starts, dem Beginn bei Gelsenwasser und dem Beginn meiner Elite-Karriere im Mountainbike-Weltcup sehr zufrieden.

Vertrag bei Gelsenwasser verlängert – ab jetzt in der Unternehmenskommunikation

Weil Gelsenwasser, meine Sponsoren und auch ich selbst viel Wert auf Langfristigkeit und Kontinuität legen, habe ich vor kurzem meinen Vertrag mit Gelsenwasser bis 2020 verlängert. Um möglichst viele Facetten des Unternehmens kennen zu lernen, findet ihr mich jetzt nicht mehr bei UEP, sondern in der Unternehmenskommunikation. 2020 steht dann die nächste große Entscheidung an, wie es bei mir weitergeht. Olympia in Tokio, eine Karriere bei Gelsenwasser oder vielleicht sogar beides? Es bleibt auf jeden Fall spannend! 😉
Euer Ben Zwiehoff

 

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VIDEO: Büro und Bike? Kein Problem für Ben Zwiehoff