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Blick auf die Ruhr im Winter.

Wassernerds

Das Programm „Reine Ruhr“ – wie alles begann

Mareike Roszinsky / 17. Juni 2026

Die Wasserwerke an der Ruhr versorgen über 4 Mio. Menschen mit Trinkwasser. Um die Trinkwasserqualität zu sichern, wurde das Programm „Reine Ruhr“ gestartet. Ein Rückblick.

Die Dusche am Morgen, das Glas Wasser nach dem Sport, Händewaschen zwischendurch: Trinkwasser ist einfach immer da. Doch was passiert dafür hinter den Kulissen? Wie wird das ganze Ruhrgebiet jeden Tag zuverlässig und sicher versorgt?
Klar ist: Damit ihr nicht über Trinkwasser nachdenken müssen, gibt es ein komplexes Infrastruktur-System. Das aufgrund unserer Expertise und Arbeit zuverlässig funktioniert.

Blick auf die Ruhr im Winter.

Winteridylle an der Ruhr. Der Fluss ist eine Lebensader des Ruhrgebiets.

Die Ruhr als Lebensader einer ganzen Region

Die Ruhr ist die Lebensader des Ruhrgebiets und die wichtigste Rohwasserressource. Ein elementarer Teil der Wasser-Infrastruktur. Das Trinkwasser von mehr als vier Millionen Menschen beruht auf ihrem Rohwasser. Das Grundwasser allein reicht für die vielen Menschen nicht aus.
Gleichzeitig gelangt geklärtes Abwasser von rund 2,2 Millionen Menschen sowie Unternehmen wieder zurück in die Ruhr. Eine Wegstrecke des Wasserkreislaufs!

Damit die Wasserwerke an der Ruhr trotzdem eine einwandfreie Trinkwasserqualität – heute wie in der Zukunft – sicherstellen können, müssen viele Zahnräder in diesem Kreislauf ineinandergreifen. Ressourcenschutz ist die Grundlage – effektive Technik in den Klärwerken und in den Wasserwerken an der Ruhr die Ergänzung.

In den Ruhr-Wasserwerken stellen seit Jahrzehnten mehrere Aufbereitungsstufen die einwandfreie Trinkwasserqualität sicher.

Problematisch wird es, wenn die Wasseraufbereitungsanlagen an ihre Grenzen stoßen – wie vor rund 20 Jahren.

PFT-Skandal als Wendepunkt

2006 wurden bei einer Studie des Bonner Hygiene-Instituts erhöhte PFT*-Konzentrationen in Wasserproben aus Ruhr und Möhne festgestellt.

* perfluorierten Tenside (PFT) = künstlich hergestellte Industriechemikalien, die in der Natur kaum abbaubar sind, auch Ewigkeitschemikalien (heute oft PFAS) genannt

Laut AWWR gelangten die gesundheitsschädlichen perfluorierte Tenside durch mit Industrieklärschlämmen vermischte Düngemittel über die Äcker im Sauerland in die Ruhr. Der größte Umweltskandal in NRW!

Für die Wasserversorger an der Ruhr markierte der Vorfall einen Wendepunkt. Es wurde klar, dass

  • der Ressourcenschutz intensiviert,
  • Spurenstoffeinträge minimiert und
  • die Aufbereitungssysteme in den Wasserwerken gezielt weiterentwickelt werden müssen.

 

Eine Hand wäscht zwei Äpfel unter dem Wasserhahn in einer Küche mit Leitungswasser.

2006 sorgte der PFT-Skandal für Unsicherheit bei Verbrauchern*innen im Ruhrgebiet. Ein WEndepunkt für die Wasserversorger mit ihren Wasserwerken an der Ruhr.

Startschuss für das Projekt „Reine Ruhr“

Dafür schlossen die Arbeitsgemeinschaft der Wasserversorger an der Ruhr (AWWR) und das NRW-Umweltministerium 2006 die „Arnsberger Vereinbarung“ und das Land initiierte daraufhin das Programm „Reine Ruhr“. Es brachte alle Akteure aus Politik, Wasserwirtschaft, Forschung, Industrie, Wissenschaft und Verwaltung zusammen.

Das gemeinsame Ziel: die Ruhr als zentrale Trinkwasserquelle nachhaltig zu schützen! Dafür war es notwendig, den vorbeugenden Gewässerschutz zu verbessern und gleichzeitig bestehende Aufbereitungsverfahren in den Wasserwerken zu optimieren.

Ganzheitliche Qualitätssicherung entlang des Wasserkreislaufs

Der Ansatz wurde bewusst ganzheitlich angelegt. Es wurden

  • die bestehenden Belastungen analysiert
  • Wege erarbeitet, um Stoffeinträge direkt zu vermeiden
  • Kläranlagen mit zusätzlichen Reinigungsstufen weiterentwickelt
  • Aufbereitungsmethoden in den Wasserwerken optimiert

Was wir genau in den letzten zwei Jahrzehnten in den Wasserwerken an der Ruhr gemacht haben, erfahrt ihr im zweiten Teil.

Jetzt unbedingt lesen!

Autor*in

Mareike Roszinsky

Social-Media-Verantwortliche