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Hochbehälter in Herten aus der Luft

Wassernerds

Deshalb sind Hochbehälter wichtig für die Wasserversorgung

Mareike Roszinsky / 16. März 2026

Hochbehälter erfüllen zentrale Funktionen für die Wasserversorgung. Erfahre, warum sie technisch und betrieblich wichtig sind.

Hast du auch schon mal vor einem Wasserturm gestanden und dich gefragt, warum es sie gibt? Und warum sie oft ähnlich aussehen?

Fachleute nennen die Landmarken Hochbehälter“. Sie sind zentrale Bausteine einer sicheren Trinkwasserversorgung und übernehmen drei sehr wichtige Funktionen. Sie

  1.  dienen als Trinkwasserspeicher.
  2. helfen, das Netz stabil zu betreiben.
  3. halten Reservemengen bei Ausfällen vor.

Drei elementare Beiträge zu deiner Versorgungssicherheit, damit bei dir zuhause rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr, Trinkwasser aus dem Hahn fließt!

Der Trinkwasserspeicher an einem Hochbehälter in Herten

In unserem Hochehältern werden bis zu 4.000 Kubikmeter Trinkwasser gespeichert – im zweiten daneben sind es weitere 5.000 Kubikmeter. Genug Trinkwasser für die Menschen in der Region rund um Recklinghausen.

Hochbehälter speichern Trinkwasser

Hochbehälter sind Trinkwasserspeicher. So können Wasserversorger

  • Verbrauchsspitzen abpuffern
  • Tagesverbrauchsschwankungen ausgleichen
  • Pumpen entlasten und Energie sparen

Wir alle benötigen Trinkwasser im Haushalt zu bestimmten Zeiten, zum Beispiel zum Duschen morgens oder abends. Es gibt also Zeiten, zu denen mehr Trinkwasser aus dem Leitungsnetz entnommen wird. Das sind die so genannten Tagesverbrauchsschwankungen.

Außerdem gibt es Verbrauchsspitzen, in denen in kurzer Zeit sehr viel Trinkwasser benötigt wird.
Zwei Beispiele aus deinem Alltag:

  • Während der Halbzeit eines wichtigen Fußballspiels unserer Nationalmannschaft rennen alle gleichzeitig auf die Toilette.
  • Bei einer Hitzewelle im Sommer bewässern alle gleichzeitig ihren Garten und die Landwirte ihre Felder.

Indem Wasserversorger genug Trinkwasser in Hochbehältern speichern, können sie Tagesschwankungen und Verbrauchsspitzen ausgleichen. Bequem für dich zuhause: Es fließt immer Wasser aus dem Hahn!

Tagsüber laufen die Pumpen in Wasserwerken auf Hochtouren. In der Regel werden die Hochbehälter nachts wieder aufgefüllt. Sind sie gefüllt, kann die Pumpleistung für einige Stunden zurückgefahren werden, was Energie spart.

Die Hochbehälter in Herten aus der Luft.

Hochbehälter wie diese sind elementar für die Wasserversorgung. Sie speichern Trinkwasser, um alltägliche und außergewöhnliche Verbrauchsspitzen abzupuffern. Und sie gewährleisten ein konstantes Druckniveau im Versorgungsgebiet.

Hochbehälter helfen den Druck im Netz zu erhalten

Hochbehälter erfüllen auch eine zentrale Funktion für das Leitungsnetz: die Druckerhaltung (hydraulische Stabilität). Die Höhe der Behälter gewährleistet ein konstantes Druckniveau im Versorgungsgebiet– ohne dass ständig Pumpen laufen müssen. Die Faustregel: Je 10 Meter Höhenunterschied entsteht ca. 1 bar Druck.

Das ist aus zwei Gründen wichtig:

  1. Stabile Drücke schützen das Netz, sprich Leitungen und Armaturen, vor Schäden.
  2. In allen Haushalten kommt das Trinkwasser mit gleichmäßigem Druck aus dem Hahn geflossen.

Ein Hochbehälter wirkt also wie ein Puffer zwischen dem Wasserwerk und deinem Hausanschluss. Das wirkt sich auch positiv auf die Energie- und Kosteneffizienz der Wasserversorgung aus: So können die Pumpen im Wasserwerk sowie Druckerhöhungs- oder Druckminderungsanlagen im Netz gleichmäßig gesteuert werden.

Blick auf den Tank eines Hochbehälters.

Der Tank des zweiten Hochbehälters. Er wurde 1934/35 erbaut.

Hochbehältern schützen vor Ausfällen

Neben ihren „alltäglichen Pflichten“ spielen Hochbehälter eine wichtige Rolle für die Versorgungssicherheit. Sie halten strategische Trinkwasserreserven vor, die zum Beispiel bei Stromausfällen oder anderen Störungen zu dir nach Hause fließen können.
Diese Reserven sichern die Löschwasserversorgung für die Feuerwehren bei Großbränden. Bei Störungen können mit den Trinkwasserreserven auch andere Bereiche kurzfristig versorgt werden.

Keine Resilienz ohne Hochbehälter

Fazit: Hochbehälter erhöhen also massiv die Resilienz der Trinkwasser-Infrastruktur. Für Wasserversorger ist daher wichtig, Hochbehälter funktionstüchtig zu halten bzw. Speicherkapazitäten zu erweitern. Dafür müssen sie investieren – in den Erhalt bestehender Hochbehälter und/oder in den Bau neuer Wasserspeicher.

Davon profitieren alle Menschen in einem Versorgungsgebiet.

Warum gibt es Hochbehälter?

Schaut euch das Video unserer Wassernerds an. Ich zeige euch vor Ort, welche Funktion Hochbehälter für eure Wasserversorgung haben.

Warum brauchen wir neue Hochbehälter in Recklinghausen?

Die bestehenden Hochbehälter in Herten – gebaut 1908 und 1935 – sind in die Jahre gekommen. Ohne umfassende Sanierungsarbeiten können sie nur noch für begrenzte Zeit betrieben werden. Außerdem reicht ihr Speichervolumen für die heutigen Anforderungen nicht mehr aus: Kurzzeitige Verbrauchsspitzen und eine insgesamt dynamischere Netzsituation lassen sich damit kaum noch abfangen.

Mit dem Neubau einer modernen Hochbehälteranlage in Recklinghausen können wir den neuen Standort optimal in die Netzhydraulik einbinden und gleichzeitig die Fahrweise unseres Wasserwerks in Haltern optimieren. Dadurch können temporär hohe Netzabnahmen besser ausgeglichen werden, zum Beispiel in den Abendstunden der Sommermonate, wenn besonders viel Trinkwasser benötigt wird (zur Garten- und Felderbewässerung usw.).

Durch das größere Speichervolumen gewinnen wir wertvolle Zeit, um bei Störungen oder Ausfällen im Netz angemessen reagieren zu können. Der Neubau ist damit ein wichtiger Schritt, um die Versorgungssicherheit im gesamten Gebiet deutlich zu erhöhen.

Autor*in

Mareike Roszinsky

Social-Media-Verantwortliche