Interview über KEEN

Lara Ahls betreut KEEN bei GELSENWASSER. Im Interview spricht sie über die Kommunalen Energieeffizienz-Netzwerke am Niederrhein und im Münsterland.

 

Frau Ahls, Sie organisieren die Kommunalen Energieeffizienz-Netzwerke (KEEN) bei Gelsenwasser. Lässt sich nach wenigen Monaten bereits ein Fazit ziehen‎?

Lara Ahls: Bislang kann ich sagen, dass sich unsere beiden am Niederrhein und im Münsterland gegründeten Netzwerke in mehreren Punkten recht stark unterscheiden. Während sich die niederrheinischen Kommunen eher für Themen wie Gebäudeautomation, Speichertechnologien sowie Energiedatenmanagement interessieren, sind im Münsterland eher Projekte zum Verbraucherverhalten, zur Bildung und Mobilität gefragt. Genau diese Unterschiede machen die Netzwerkarbeit für uns so interessant.

 

Die Bundesregierung hat sich im Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) das Ziel von 500 Netzwerken gesetzt, gegründet sind etwa 100‎. Gibt es keinen Bedarf für solche Plattformen?

Lara Ahls: Die Zahl 500 bezieht sich auf Energieeffizienznetzwerke in Industrie, Handwerk, Handel und Gewerbe, die bis 2020 gegründet werden sollen. Hier gibt es offensichtlich Probleme. Gelsenwasser geht bewusst einen anderen Weg mit den Effizienznetzwerken für Kommunen, von denen das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) etwa 20 Netzwerke fördert. Diese Zahl müsste meines Wissens bald erreicht sein. Wir haben bei vielen wichtigen Partner-Kommunen Bedarf angenommen. ‎Dies scheint sich bislang zu bewahrheiten, denn wir stoßen auf großes Interesse.

 

Viele Kommunen haben bereits Klimaschutz-Manager und -Konzepte. Welchen Mehrwert bringen die Netzwerke?

Lara Ahls: Das ist richtig und genau hier setzen wir an. Jede Kommune stellt dem Netzwerk einen so genannten kommunalen Netzwerkbeauftragten zur Verfügung, der oder die seine bzw. ihre Kommune bei den Treffen vertritt. Hierfür kann der Klimaschutzmanager der Gemeinde bzw. der Stadt eingesetzt werden. Diese Beauftragten unterstützen auch den Energieberater im Rahmen der Netzwerkarbeit durch die Bereitstellung der benötigten Daten sowie die Planung der Vor-Ort Begehungen. Die Klimaschutzmanager stoßen in den Kommunen allein oft auf Schwierigkeiten bei der konkreten Umsetzung einzelner Maßnahmen. Im Netzwerk profitieren die Teilnehmer durch den Erfahrungsaustausch voneinander, sodass mehr Dynamik in die Umsetzung der Maßnahmen kommt.

Gelsenwasser ist Netzwerkmanager sowie Moderator und kümmert sich unter anderem um die gesamte Organisation der Beratung, der Netzwerktreffen und um die Beantragung der Fördermittel. Wir steuern den Energieberater im Projektmanagement so, dass wir eine umfassende Beratung in den Kommunen gewährleisten.

Das Interview führte Dr. Arnt Baer

 

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