Mit der neuen Trinkwasser-Richtlinie will die EU Qualität, Zuang und Verbraucherinformation verbessern. Unabhängig davon stärkt die Kampagne „Nein zur Wegwerfgesellschaft“ das Leitungswasser in Deutschland.

Die EU will über die Trinkwasser-Richtline einige zentrale Regeln für die Trinkwasserversorgung ändern.
Unter anderem folgende Ideen sind der Politik in Brüssel und Berlin sehr wichtig.

  1. Den Plastikmüll reduzieren.
  2. Kunden über Trinkwasserqualität transparent informieren.
  3. Trinkwasser kostenfrei in der Öffentlichkeit anbieten.

Kampagne für weniger Plastikmüll und mehr Recycling: klares Nein zur Wegwerfgesellschaft

Bundesumweltministerin Svenja Schulze kämpft mit ihrem Aktionsprogramm „Nein zur Wegwerfgesellschaft“ (#wenigeristmehr) für mehr Recycling und weniger Plastikmüll. Plastikflaschen sind ein globales Umweltproblem. Deshalb wirbt Schulzes Programm dafür, Leitungswasser zu trinken.
Eine Idee, die Initiativen wie Refill und a tip: tap Rückenwind verleiht. Refill wurde von der Bundesumweltministerin mit dem Bundespreis Ecodesign 2018 ausgezeichnet.

Kostenfreies Leitungswasser in Restaurants und an öffentlichen Orten

Die EU-Mitgliedsstaaten sollen den Wert des Trinkwassers stärken. Zum Beispiel dadurch, dass die Gastronomie kostenfreies Leitungswasser anbieten muss.
Auch in Planung: kostenfreies Wasser in öffentlichen Einrichtungen, Verwaltungen sowie Trinkwasserbrunnen an zentralen Plätzen in den Städten. Diese Idee hat vor allem soziale Gründe. In Europa haben noch immer ca. 70 Millionen Menschen (!) keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.
Beide Punkte hat nun auch die Bundesumweltministerin auf ihrer Agenda. Schulze möchte sie umsetzen ohne auf die europäische Entscheidung warten zu müssen.

Leitungswasser, Trinkwasser-Richtlinie, Wasserqualität, Plastikflaschen

Alle Verbraucher sollen mehr über die Trinkwasserqualität von ihrem Wasserversorger erfahren

Alle Menschen sollen mehr und bessere Informationen über die Qualität ihres Wassers erhalten. Wir machen das online schon seit einigen Jahren.

Gelsenwasser veröffentlicht in der Trinkwasseranalyse Messwerte für alle gesetzlich angeordneten Stoffe und darüber hinaus, aufgeschlüsselt nach Versorgungsgebiet. Das soll Standard für die Branche werden.

Kunden vor allem kleinerer Wasserversorger werden diese Informationen bisher vorenthalten. Unserer Meinung nach darf der Informationsgrad nicht vom Wohnort abhängen. Jeder hat ein Anrecht auf die Werte. Darauf verweisen wir immer wieder in Gesprächen mit der Politik!

Klare Kommunikation muss Standard werden in der Wasserversorgung

Öffnet sich unsere Branche und veröffentlicht mehr Informationen zur Trinkwasserqualität, müssen wir klar kommunizieren können, welche Qualität in welcher Lage vorliegt. Wir müssen deutlich trennen zwischen Grenzwerten, die

  1. dem Schutz der Umwelt dienen und
  2. solchen Stoffen und Grenzwerten, die die Gesundheit der Menschen gefährden.

Letztere ziehen – zu Recht – ganz andere Konsequenzen mit sich. Im Regel-Entwurf überlappen sich bislang leider beide Bereiche. Das verunsichert Wasserversorger und Kunden. Ziel ist es, die Verbraucher von der einwandfreien Trinkwasserqualität zu überzeugen. Das geht nur mit Transparenz und klarer Kommunikation!

Alle Beteiligten müssen sich einbringen, auch die Verursacher

Es ist wahrscheinlich, dass der, bislang freiwillige, „risikobasierte Ansatz“ zur Pflicht wird. Dabei werden:

  1. Belastungen aus dem Rohwasser entfernt, und
  2. Risiken schon vorher erfasst, bewertet und konkrete Gegenmaßnahmen ergriffen.

Das Verfahren soll sowohl für die Infrastruktur des Wasserversorgers gelten, als auch für Hausinstallationen in besonders schützenswerten Gebäuden, zum Beispiel Krankenhäusern und Schulen.
Um die Risiken zu erfassen und einen solchen Plan aufzustellen, müssen alle an einen Tisch: Diejenigen, die Abwasser in Gewässer leiten, der Wasserversorger und die Behörden. Das wäre ein großer Schritt in Richtung Vorsorge, weg vom „Reparaturbetrieb“.

Beim „Technischen Erfahrungsaustausch Wasser“ bei Gelsenwasser diskutierten Wasserversorger aus ganz Deutschland über die Regeln der neuen Trinkwasser-Richtlinie.

Beim „Technischen Erfahrungsaustausch Wasser“ bei Gelsenwasser diskutierten Wasserversorger aus ganz Deutschland über die Regeln der neuen Trinkwasser-Richtlinie.

Gelsenwasser bringt sich in der Diskussion zur Trinkwasser-Richtlinie ein

Es ist unklar, ob sich die drei wichtigsten EU-Institutionen – Rat, Kommission und Parlament – bis zur EU-Parlamentswahl im Mai 2019 auf ein neues Gesetz für Trinkwasser einigen können. Falls nicht, wird erwartet, dass das nächste Parlament das Thema vorantreibt.
Wir bleiben über unser Brüsseler Büro am Ball und bringen unser Fachwissen in die Diskussion ein. Nachdem sich das Europäische Parlament zum Kommissionsentwurf positioniert hat, ist jetzt der Europäische Rat gefordert.
Die EU-Mitglieder sind in den wesentlichen Punkten noch von einem tragfähigen Kompromiss entfernt. Jetzt kommt es darauf an, ob die neue Ratspräsidentschaft Rumänien das Gesetz bis zum Mai 2019 verabschiedet oder nicht.

LINKS
Pressemitteilung des Bundesumweltministeriums
Kampagne „Weniger ist mehr“
Refill
a tip: tap
Blogbeitrag: Trinkwasserqualität braucht Wasserschutz
Pressemitteilung EU-Kommission

FOTOS
Titelbild: © GELSENWASSER AG
Leitungswasser zuhause: © GELSENWASSER AG
Wasser im Gespräch: © GELSENWASSER AG