Gelsenwasser organisierte auf der E-world energy & water ein Event für Kommunale Energieeffizienz-Netzwerke (KEEN): eine Plattform für rege Diskussionen und neue Ideen für Energieeffizienz vor Ort.

Insgesamt 22 Kommunen haben sich das Thema „Energiewende aktiv gestalten“ auf die Fahne geschrieben und bilden gemeinsam drei Kommunale Energieeffizienz-Netzwerke – kurz KEEN – am Niederrhein, im Münsterland und in Ostwestfalen. Das Netzwerken und der Erfahrungsaustausch haben sich bewährt. Man lernt voneinander und kann gemeinsam Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz in den Kommunen entwickeln und umsetzen, um Kosten einzusparen und sich aktiv für den Klimaschutz einzusetzen.

Gelsenwasser als Manager und Moderator

Eingeladen waren Bürgermeister, Klimaschutzmanager und weitere Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung. Gelsenwasser unterstützt die Netzwerke als Manager und Moderator und organisiert die regelmäßigen Treffen der einzelnen Netzwerke. Am zweiten Tag der E-world fand dieses Jahr nun schon zum zweiten Mal eine gemeinsame Veranstaltung für alle drei Netzwerke statt. Eine gute Gelegenheit für alle Teilnehmer sich Netzwerk übergreifend auszutauschen. Außerdem vermittelten Experten aus Energiepolitik und -wirtschaft  wichtiges Hintergrundwissen und gaben neue Impulse.

Gelsenwasser-Vorstand Dr. Dirk Waider auf dem Event für Kommunale Energieeffizienz-Netzwerke (KEEN) auf der E-world 2018.

Dr. Dirk Waider, Technischer Vorstand der GELSENWASSER AG, begrüßte die Gäste und leitete durch die Veranstaltung.

Matthias Nerger aus dem Wirtschaftsministerium NRW machte gleich zu Beginn deutlich, dass die Steigerung der Energieeffizienz genauso ein Baustein der Energiewende ist wie der Ausbau der erneuerbaren Energien. Er stellte die Vielfalt der Förderprogramme der Landesregierung für Energieeffizienz-Maßnahmen in Kommunen und auch in Privathaushalten vor. Energieeffizienz sei mittlerweile  nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch vernünftig.

Reiner Priggen beim Event für Kommunale Energieeffizienz-Netzwerke im Rahmen der E-world 2018

Reiner Priggen steht den Entwicklungen für Windenergie in NRW kritisch gegenüber.

Rainer Priggen, langjähriger NRW-Fraktionsvorsitzender der  „Grünen/Bündnis 90“ und jetzt Vorstandsvorsitzender des Landesverbands Erneuerbarer Energien NRW (LEE), sieht das Land NRW als wichtigen Treiber für deren Ausbau. Er bewertete die erheblichen Einschränkungen beim Windenergie-Ausbau aufgrund der erhöhten Abstandsregelungen sowie des Bauverbots in Fichtenwäldern als klaren Gegensatz zu den deutschen Klimazielen sowie den Intentionen des Landes NRW – welches sich oftmals als Vorreiter des Klimaschutzes in Deutschland sieht.

Gelsenwasser-Studie zum Wert von Gasnetzen bei Sektorkopplung diskutiert

Dass neben den erneuerbaren Energien auch Gas sowie die Gas- und Wärmeinfrastruktur zum Erreichen der ambitionierten Klimaziele notwendig ist, veranschaulichte Dr. Christina Elberg, Geschäftsführerin des ewi ER&S, anhand einer Studie, die Gelsenwasser gemeinsam mit Open Grid Europe und der Rheinenergie initiiert hat. Darin vergleicht das Institut zwei Szenarien – unter der Maßgabe einer Treibhaus-Gasneutralität im Energiesektor bis 2050. Das gelingt, laut den renommierten ewi-Wissenschaftlern, mit einem Technologie offenen Ansatz. Wichtig dabei ist, dass der Technologie offene Ansatz gesamtwirtschaftlich günstiger wird, denn die vorhandene Gas- und Wärmeinfrastruktur müsste ansonsten refinanziert werden und es würde ein Rückbau erforderlich. Zudem biete dieses Szenario deutlich mehr Flexibilität, um mit den Unwägbarkeiten umzugehen, die Zukunft und technologischer Fortschritt eben mit sich bringen.

Erfahrungsaustausch im Workshop

Der zweite Teil der Veranstaltung war ein Workshop namens „World Café“. In dem widmeten sich die Teilnehmer in Gruppenarbeit verschiedenen energie- und klimarelevanten Themen einer Kommune. Jeder hatte die Chance, an den drei Themen „Energiemanagement in der Verwaltung“, „Kommunale Mobilitätskonzepte“ und „Klimaneutrale Verwaltung“ mitzuwirken und die eigenen Erfahrungen einzubringen. Jedes Thema wurde auf seine Bestandteile hin, die Hemmnisse sowie mögliche Lösungsansätze bearbeitet. Am Ende diskutierten die Teilnehmer die Ergebnisse.

Gelsenwasser organisierte ein Event für Kommunale Energieeffizienz-Netzwerke (KEEN) auf der E-world 2018.

Nach Impuls-Beiträgen der Energieberater startete für die Teilnehmer das „World Café“.

Es zeigte sich, dass in allen Bereichen und in jeder Kommune bereits viel für den Klimaschutz getan wird und ein Austausch u.a. zur Ideenfindung sehr hilfreich ist. Genauso wurde aber auch herausgestellt, dass Kommunen auf finanzielle und personelle Unterstützung angewiesen sind. Oftmals gibt es für alle effizienz- und klimarelevanten Themen erste Lösungsansätze, die jedoch noch nicht umgesetzt werden konnten. Das kann viele Gründe haben. Das Personal ist nicht ausreichend vorhanden oder nicht geschult oder es gibt schlicht zu wenig finanzielle Ressourcen. Wichtig ist daher eine Sensibilisierung aller Beteiligten für die Energiewende in den Kommunen. Denn „aktiv gestalten“ lässt sich nur, wenn neben den gesetzlichen Vorgaben auch innerhalb einer jeden Kommune Ziele gesteckt werden und daraus Anreizsysteme hervorgehen.

 

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„Energiemarkt 2030 und 2050 – Der Beitrag von Gas- und Wärme-Infrastruktur zu einer effizienten CO2-Minderung“
Blog-Beitrag zur ewi-Studie

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