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Die neue Trafostation in Seppenrade

Energiefreaks

Neue Trafostation für Seppenrade

Mareike Roszinsky / 8. Juni 2026

Ein wichtiger Schritt für die zukunftsfähige Stromversorgung der Region im Münsterland

Ein ruhiger Morgen in Seppenrade. Die Sonne geht auf, das Ortsschild glänzt im ersten Licht. Rote Klatschmohnblüten säumen die Straße – Idylle pur. Doch dann durchbricht ein Schwertransport die Stille.

Direkt am Ortseingang hält ein LKW mit Begleitfahrzeug.

Auf seinem Tieflader: eine neue Trafostation – 40 Tonnen schwer, fast sieben Meter lang und vier Meter hoch. Eine massive „Betongarage“, die künftig eine zentrale Rolle im regionalen Stromnetz spielen wird.
Unser Kollege Felix Höning aus der Netzplanung Strom in Lüdinghausen erwartet den Transport bereits vor Ort und weist den Fahrern den Weg zur Baustelle. Über eine eigens angelegte Fahrbahn aus Metallplatten – zweispurig für Transporter und Schwerlastkran – manövriert sich das Gespann langsam rückwärts über die Wiese.

 

  • Morgenidylle in Seppenrade.

  • Alles ist optimal vorbereitet.

  • Der Tieflader mit der neuen Trafostation und der Kran sind da.

  • Die Vorbereitungen starten.

  • Arbeiten im Sonnenaufgang.

Millimeterarbeit auf der Baustelle

Vor Ort ist alles vorbereitet: Eine ausgehobene Fläche, mit Split gefüllt, Kabelstränge ragen aus dem Boden. Rot-weiße Warnbarken sichern den Bereich.

Dann trifft der Schwerlastkran ein. 130 Tonnen mit einer Hebeleistung ca. 41 t und einer Auslegung von 10 Meter. Jetzt ist Präzisionsarbeit gefordert. Der Kranfahrer rangiert ihn rückwärts zwischen LKW und Baustelle. Stahlplatten werden rundherum ausgelegt. Damit die ausfahrbaren Stützen sicheren Halt finden. Danach werden rund 30 Tonnen Gegengewicht auf dem Kran montiert.

Nach etwa zwei Stunden steht alles bereit.

  • Unser Team blau-grün vor Ort.

  • Der Kran braucht einen sicheren Stand.

  • Alle Fahrzeuge stehen.

  • Die Winde wird vorbereitet.

  • Der Rest des Teams schaut zu.

Der entscheidende Moment

Eine letzte Inspektion, eine kurze Absprache aller. Dann werden die spezielle Anschlagketten an den Transportösen der Trafostation befestigt.
Ein leises Knirschen – dann hebt sich die 40 Tonnen schwere Station langsam in die Luft.
In weniger als fünf Minuten schwebt sie vom Tieflader zur Baugrube.

Jetzt kommt es wieder auf Präzision an: Unsere Kollegen dirigieren den Kran Zentimeter für Zentimeter. Sie messen, korrigieren, justieren. Die Station muss genau am vorgesehenen Platz stehen. Denn die Kabelanschlüsse müssen exakt passen.

Nach nur wenigen Minuten steht die Trafostation perfekt. Teamwork par excellence!

Technik für eine stabile Versorgung

Und ein toller Moment für Felix Höning und das Team unserer Betriebsdirektion Münsterland. Über 1,5 Jahre haben sie darauf hingearbeitet.

Sie werfen sofort einen Blick ins Innere. Die Station ist bereits voll ausgestattet mit

  • einem Transformator
  • sechs Mittelspannungsschaltfelder
  • mehreren Niederspannungsschaltleisten

Sobald sie angeschlossen ist, übernimmt sie eine zentrale Aufgabe für das Stromnetz in der Region. Sie verbindet das Mittelspannungsnetz mit dem Niederspannungsnetz für die Haushalte vor Ort. So wird Strom sicher transformiert und in das umliegende Netz verteilt – unter anderem in das nahe gelegene Neubaugebiet und die Region rund um Seppenrade.

 

  • Die Schäkel werden an der Station befestigt.

  • In der Luft.

  • Beim Absetzen ist Präziszion gefordert.

  • Sie steht.

  • Erste Inspektion.

Mehr als nur ein Neubau

Die neue Schwerpunktstation Station ist ein wichtiger Baustein für eine moderne, sichere Stromversorgung im Münsterland.

Solche sogenannten Schwerpunktstationen ermöglichen:

  • einen stabilen und effizienten Netzbetrieb
  • flexible Lastverteilung bei Störungen und Wartungen
  • die Integration erneuerbarer Energien
  • bidirektionalen Energiefluss (Einspeisung und Verbrauch)

Mit Modernisierungsmaßnahmen wie dieser sichern wir eine leistungsfähige, zukunftsfähige Infrastruktur! Seit der Übernahme Anfang 2023 modernisieren wir gemeinsam die Strominfrastruktur in den acht Münsterland-Kommunen.

1,5 Jahre Planung für einen starken Standort

Vom ersten Planungsschritt bis zur Aufstellung sind rund 1,5 Jahre vergangen. Die Investition: etwa 250.000 Euro.
Kaum steht die neue Station, beginnen bereits die nächsten Arbeiten: Schlösser einbauen, Technik konfigurieren, Kabel anschließen… Die bisherige Station in der Nähe wird bald ersetzt – ihre Zeit ist abgelaufen.

Die Basis moderner Netze
Intelligente Ortsnetzstationen wie diese sind die Grundlage für die Energiewende.
Sie sorgen dafür, dass Strom zuverlässig, flexibel und nachhaltig verteilt werden kann.

Oder kurz gesagt: Ohne sie läuft nichts – auch in Zukunft nicht.

Hintergrund-Infos

Anfang 2023 übernahm die GWN den Stromnetzverteilbetrieb in acht Münsterland-Kommunen: Ascheberg, Billerbeck, Havixbeck, Lüdinghausen, Nordkirchen, Olfen, Rosendahl und Senden. Die Stromnetze – insgesamt 609 km – gehören der Münsterland Netzgesellschaft, kurz MNG und sind an die GWN verpachtet.

Seitdem ist unser Team der Betriebsdirektion Münsterland (Standorte Lüdinghausen und Altenberge) verantwortlich für die Stromverteilung inklusive Instandhaltung und Wartung der Netze sowie das gesamte operative Geschäft.

Autor*in

Mareike Roszinsky

Social-Media-Verantwortliche