Gelsenwasser ist Teil der Kooperation „Power2Metal“. Gelsenkirchener Unternehmen wollen herausfinden, wie Erdgas bei der Metallveredelung durch Wasserstoff ersetzt werden könnte.

Verzinken ist die beste Methode, um Metalle wie Stahl und Eisen vor Rost (Korrosion) zu schützen. Bei der Feuerverzinkung werden Produkte mit flüssigem Zink überzogen. Für die Prozesswärme (Zink schmilzt bei ca. 450°C) wird viel Energie benötigt. Bisher wird dazu Erdgas als Energieträger eingesetzt.

Doch die fossile Energie soll in Zukunft durch eine „grüne“ ersetzt werden – um weniger CO2-Emmissionen zu verursachen und umweltschonender zu produzieren. Welche Energieform könnte Erdgas in solchen Metallverarbeitungsbetrieben ersetzen? Und am besten so, dass Unternehmen ihre Produktionsstätten nicht kostenintensiv umbauen müssen, sondern bestenfalls ihre vorhandene Infrastruktur weiternutzen können?

Wasserstoff statt Erdgas

Wasserstoff könnte die Lösung sein. Gelsenkirchener Unternehmen haben das Projekt „Power2Metal“ gestartet um herauszufinden, ob und wie Wasserstoff Erdgas als Brennstoff ganz oder zum Teil bei der Metallveredelung ablösen könnte. Mit dabei sind neben Gelsenwasser:

  • Das Westfälische Energieinstitut an der Westfälischen Hochschule, die das Projekt wissenschaftlich begleitet.
  • Die Firma Kueppers Solutions, die die Weiterentwicklung der eingesetzten Thermobrenntechnik übernimmt.
  • Die Voigt & Schweitzer GmH & Co. KG mit dem Schwerpunkt der Oberflächenveredlung von Stahl, die mit der Tochterfirma ZINQ Technologie als Anwendungspartner zur Verfügung steht.

„Hoher Besuch“ zum Projekt-Start

Zum Start von „Power2Metal“ trafen sich Prof. Dr. Michael Brodmann (Direktor des Westfälischen Energieinstituts), Jens te Kaat (Geschäftsführer von Küppers Solutions), unser Vorstandsvorsitzender Henning Deters und Lars Baumgürtel (Geschäftsführer von ZINQ) Mit dabei war auch Oliver Wittke, Bundesminister und Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium. Er informiere sich über unser Projekt.

Gelsenkirchener Unternehmen Zinq und Gelsenwasser kooperieren zum Thema Wasserstoff statt Erdgas und Power-to-gas. Foto: ZINQ

Das Gelsenkirchener Unternehmen ZINQ Technologie setzt Erdgas für die Prozesswärme bei der Feuerverzinkung ein. Beim Projekt “Power2Metal” werden in einer Studie und einer Pilotanlage erforscht, wie bei der Metallveredelung Erdgas durch Wasserstoff ersetzt werden könnte.

Erst Studie, dann Pilotprojekt mit Power-to-Gas-Anlage

Überschüssiger regenerativer Strom kann durch Elektrolyse* in Wasserstoff umgewandelt und gespeichert werden. Fachleute nennen das Power-to-gas. Wasserstoff ist ein brennbares Gas und kann daher statt Erdgas verwendet werden.
*Bei der Elektrolyse wird Wasser (H2O) mit elektrischer Energie in Sauerstoff (02) und Wasserstoff (H) aufgespalten. So wird elektrische in chemische Energie umgewandelt (umgekehrt zu den Vorgängen in einer Batterie oder Brennstoffzelle).
Doch es gibt Unterschiede zwischen den Gasen. Deshalb müssten Unternehmen ihre Prozesse, zum Beispiel rund um den Brenner, anpassen. Wie das gehen könnte, erforscht das Projekt „Power2Metal“ zunächst in einer Studie. Danach wird das Ganze in einem Pilotprojekt in Gelsenkirchen in der Praxis getestet. Dazu wird bei ZINQ eine „Power2Metal“-Anlage aufgebaut, um reale Erkenntnisse und Daten zu gewinnen. Daraus können dann später Geschäftsmodelle für die deutsche Energiewirtschaft entwickelt werden.

Gelsenwasser: Projekt „Power2Metal“ ist genau unser Ding

Für Gelsenwasser ist das ein interessantes Forschungsprojekt. Als Umweltunternehmen halten wir es für elementar, die Energiewende mitzugestalten. Wir liefern Kunden wie ZINQ nicht einfach nur Energie und Wasser, sondern entwickeln mit ihnen gemeinsam Lösungen für eine nachhaltige und klimafreundliche Energielandschaft.

„Das gemeinsame Projekt ist genau unser Ding. Nur ein wissenschaftlich fundierter, praxiserprobter und bezahlbarer Wandel in der Energieversorgung kann gesellschaftlich gelingen.“
Gelsenwasser-Vorstandsvorsitzender Henning Deters

 

FOTOS (2) © ZINQ

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