Dr. Andreas Lenz über die soziale Dimension der Nachhaltigkeit
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In Folge 16 unseres Politik-Podcasts GLASKLAR spricht Dr. Andreas Lenz (CSU), Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender des Parlamentarischen Beirats für nachhaltige Entwicklung, über die Facetten von Nachhaltigkeit.

GLASKLAR mit Dr. Andreas Lenz

Für Dr. Andreas Lenz ist das Thema Nachhaltigkeit mit Blick auf unsere Zukunft und den Klimawandel sehr wichtig. Nicht mehr Ressourcen nutzen als sich auf natürliche Weise regenerieren, lautet das schlichte Prinzip dahinter. Unser Lebensstil ließe sich damit oftmals nicht vereinbaren, Stichwort: Autofahren. Für den Politiker bedeutet nachhaltig leben aber nicht gleich Verzicht, sondern auch die kleinen Schritte hin zu mehr Nachhaltigkeit im eigenen Tagesablauf und das Bewusstsein für die eigene Verantwortung seien wertvoll.

„Nachhaltigkeit bedeutet, nicht über die eigenen Verhältnisse zu leben, die Zukunft im Blick zu haben und innerhalb der Grenzen unseres Planeten, gleichzeitig Ökologie, Wirtschaft und Soziales zusammenzubringen.“

Dabei müsse soziale Gerechtigkeit aber immer mitgedacht werden. Er erläutert, wie der CO2 Preis in den verschiedenen Sektoren wirkungsvoll und gleichzeitig sozialverträglich eingesetzt werden kann. Eine Verteuerung allein sei nicht der richtige Weg hin zu einer nachhaltigen CO2-Reduzierung. Am Beispiel der Energieversorgung erklärt er, dass Stellschrauben technologieoffen eingesetzt werden müssen. Neben den Erneuerbaren würden langfristig auch gasbasierte Ansätze wirkungsvoll zum Emissionsrückgang beitragen müssen.

Akzeptanz nötig für den Ausbau der Erneuerbaren

Die Menschen würden den Bau Erneuerbarer-Energien-Anlagen grundsätzlich befürworten, allerdings nicht in unmittelbarer Nähe des eigenen Grundstücks. Wirksame Mittel für mehr Akzeptanz seien vergünstigte Bürgerstromtarife sowie kommunale Teilhabe an der Wertschöpfung der Anlagen. Andreas Lenz zeigt Verbesserungsvorschläge im Planungs-, Umwelt- und Artenrecht auf, um Prozesse zu beschleunigen und Akzeptanz zu gewinnen.

Anreize und Technologieoffenheit für Wärmemarkt

GLASKLAR mit Dr. Andreas Lenz

Im Gebäudebereich sieht Lenz noch viel Potenzial, um CO2 einzusparen. Er rät davon ab, allein auf strombasierte Lösungen zu setzen. Man brauche letztlich alles an Technologie und Innovation und sollte nichts per se ausschließen. Solange man dem CO2-Reduktionsziel näherkomme, spiele es auch keine Rolle, in welchem Maße klimaneutrale Energieträger und eine energieeffiziente Gebäudehülle dabei zum Einsatz kommen. Anreize statt Verbote, Freiräume statt Zwänge seien Voraussetzung für Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit im Klimaschutz.

Andreas Lenz erzählt von der Arbeit im Nachhaltigkeitsbeirat. Welche Aufgaben und Ziele hat sich dieses Gremium gesteckt? Und wie geht es in der nächsten Legislaturperiode weiter?

Daneben erfahren wir, warum für ihn Bayern das Land der Gegensätze ist, ob er lieber wandert oder Ski fährt und wie er selbst Nachhaltigkeit im Alltag integriert.

Zur Person
Dr. Andreas Lenz ist gelernter Bankkaufmann und Diplom-Betriebswirt. Seit 2002 ist er in der Union in Bayern engagiert, seit 2008 als Kreisrat im Kreistag des Landkreises Ebersberg. Lenz ist seit 2013 Mitglied des Bundestags und Vorsitzender des Parlamentarischen Beirats für nachhaltige Entwicklung und außerdem Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie.


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Titelbild: © André Wahba
Porträt Dr. Andreas Lenz: © Henning Schacht


Zeitmarken zur Orientierung

01:50 Dr. Andreas Lenz stellt sich vor
07:00 Bedeutung von Nachhaltigkeit
12:15 Flugreisen und Sozialverträglichkeit
15:30 Wir wirkt der CO2-Preis?
19:40 Nachhaltigkeit in der Energiewirtschaft
24:20 Einschub GLASKLAR mit Kerstin Andrea vom BDEW zu Akzeptanz
30:40 Klimaschutz im Gebäudebereich
42:30 Nachhaltigkeitsbeirat der Bundesregierung
47:00 Auf welche Frage wünscht sich Andreas Lenz eine GLASKLARE Antwort?