GLASKLAR mit Markus Staudt zur Zukunft des Wärmemarktes
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In der 6. GLASKLAR-Folge geht es den Klimaschutz im Wärmemarkt. Wie können die Emissionen reduziert werden und welchen Beitrag leisten die Gerätehersteller? Darüber hat Dr. Arnt Baer mit Markus Staudt gesprochen. Er verantwortet beim Heizungshersteller Viessmann die politische Kommunikation.

Der Wärmemarkt gilt bei der CO2-Einsparung als der „schlafende Riese“. Die Fortschritte beim Emissionsrückgang sind da, aber langsam. Was sind die Besonderheiten des Wärmemarktes und die Herausforderungen für die Wärmewende? Sollten wir auf gas- oder strombasierte Heizsysteme setzen? Darüber spreche ich mit Markus Staudt, Leiter Public Affairs bei Viessmann und ab Herbst diesen Jahres Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie.

Markus Staudt erklärt, dass viele Immobilienbesitzer zu Recht Investitionen lange aufschieben. Heizungen würden erst dann ausgetauscht, wenn sie nicht mehr funktionieren. Die Energiewende sei schwierig umsetzbar, denn der Wärmesektor weist in Bezug auf Technologien, Markt- und Altersstrukturen eine große Heterogenität auf. Die Eigentumsstruktur und die hohe Mietquote des Wohnungsbestands in Deutschland dämpfen die Dynamik energetischer Sanierungen zusätzlich.

Wasserstoff im Wärmemarkt

Für Markus Staudt wird Wasserstoff elementar sein für die Energiewende in den Gebäuden. Gerade dort, wo strombasierte Ansätze nicht realisierbar sind, sollte man auf Wasserstoff setzen, um CO2-frei zu heizen. Denn die Infrastruktur – das zuverlässige Gasnetz – ist bereits exzellent ausgebaut..

Wir müssen den Menschen Alternativen bieten, daher glauben wir fest an Wasserstoff im Wärmemarkt.

Markus Staudt zeigt Lösungen der Heizungshersteller auf, um langfristig auf klimaschonende Alternativen umzurüsten. Er richtet dabei konkrete Empfehlungen an die Politik. Außerdem beantwortet er unter anderem folgende Fragen:

  • Wie viel Wasserstoff kann der Wärmemarkt aufnehmen und gibt es den angeblichen „Lock-In-Effekt“?
  • Was können die Endgeräte heute und in Zukunft?
  • Wie ist die Perspektive für die elektrische Wärmepumpe?

Brennstoffzelle wird spannend für den Wärmemarkt

Markus Staudt im Podcast GLASKLAR zu Klimaschutz im Wärmemarkt

Markus Staudt

Der Heizungsexperte spricht sich für die Brennstoffzelle aus. Er hält die Technologie, Wärme und Strom gemeinsam zu produzieren, für äußerst effizient. Wir erfahren, für welche Wohnkomplexe sich die Brennstoffzelle besonders eignet und ob sie auch geeignet für Quartiere sein könnte.

Europa: Klimaneutralität bis 2050 gilt auch für Wärmemarkt

Für ein international aufgestelltes Unternehmen wie Viessmann sind die politischen Entwicklungen auf europäischer Ebene interessant. Markus Staudt beschreibt die Aktivitäten einzelner Länder, ihren Wärmemarkt klimaneutral aufzustellen. Die unterschiedlichen geographischen und demographischen Strukturen machen es auch hier notwendig, auf mehrere technischen Optionen zu setzen.

Daneben spricht Staudt über seinen beruflichen Werdegang und welche Musikinstrumente er in seiner Freizeit spielt.

Zur Person

Markus Staudt ist Wirtschaftsingenieur und Prokurist bei Viessmann und dort für Public Affairs zuständig. Im Rahmen seiner Aufgaben war er von 2016 bis 2018 Sprecher der Initiative Brennstoffzelle, einer Wirtschaftsinitiative zur Einführung der Brennstoffzellentechnologie im Wärmemarkt.

 


 

ZEITMARKEN ZUR ORIENTIERUNG
01:50 Markus Staudt stellt sich vor
05:10 Politische Aufstellung der Firma Viessmann
10:15 Heterogenität im Wärmemarkt und Auswirkungen auf CO2-Einsparungen
15:00 Die Rolle der Installateure und Handwerker
18:10 Perspektive für die Wärmepumpe
20:40 Wo ist Wasserstoff eine Alternative?
23:30 Gibt es einen Lock-in Effekt mit H2 im Wärmemarkt?
26:40 Nationaler Wasserstoffrat
28:30 Brennstoffzelle
33:50 Diskussion in Europa
39:30 Social Media und Sport-Sponsoring bei Viessmann

 


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