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Präzisionsarbeit für die Versorgungssicherheit: Düker in der Rur eingesetzt

Energiefreaks

Präzisionsarbeit: Düker in der Rur eingesetzt

Mareike Roszinsky / 8. Oktober 2026

Mit einem Kran wurden zwei neue Düker in Linnich in die Rur gehoben. Darin: neue Leitungen für eine zukunftssichere Versorgung.

Ein bewölkter Morgen in Linnich. Während beim Bäcker einige Frühaufsteher frische Brötchen holen, herrscht auf der Baustelle nebenan direkt an der Rur schon seit Stunden geschäftiger Betrieb. Das hat einen besonderen Grund: zwei neue Düker. Sie werden mit einem 500-Tonnen schweren Spezialkran in die Rur gehoben. Ein Projekt, das selbst für erfahrene Fachleute alles andere als alltäglich ist.

 

Als der Spezialkran endlich die beiden Düker in die Rur in Linnich hebt, ist das ein besonderer Moment für unsere Kolleg*innen. Drei Jahre haben sie auf diesen Moment hingearbeitet. Akribisch geplant. Rückschläge eingesteckt.

Als der Spezialkran endlich die beiden Düker in die Rur in Linnich hebt, ist das ein besonderer Moment für unsere Kolleg*innen. Drei Jahre haben sie auf diesen Moment hingearbeitet. Akribisch geplant. Rückschläge eingesteckt.

So lief die Dükerung ab

Der Spezialkram kam nachts in Linnich an und wurde am Ufer positioniert. Die beiden Düker wurden vorher vor Ort gebaut. Dafür wurden extra vorgefertigte Stahlteile geliefert und direkt am Rur-Ufer zu zwei großen „Schalen“ zusammengeschweißt. Jede ist ca. 1 Meter breit, 30 Meter lang und 4 Meter hoch. In diese Schalen wurden jeweils mehrere Leitungen verlegt, zum Beispiel für die Gas- und Stromversorgung sowie für Kommunikation. Die Schalen wurden mit Beton ausgegossen.
Der Spezialkran hob die beiden Düker – jeder ca. 13 Tonnen schwer – dann in die Rur. Wie das ablief, seht ihr in diesem Video.

Hintergrund: Heinrich-Weitz-Brücke wird neu gebaut

2021 wurde die Heinrich-Weitz-Brücke, die in Linnich über die Rur führt, beim Hochwasser beschädigt. Seitdem ist sie nicht mehr nutzbar. Deshalb wurde direkt daneben eine Behelfsbrücke errichtet.
Unter der Heinrich-Weitz-Brücke verlaufen mehrere Versorgungsleitungen, unter anderem eine Erdgasleitung zur Wärmeversorgung.

Ein Brückenabriss würde eine Versorgungsunterbrechung bedeuten. Deshalb müssen zuerst neue Leitungen verlegt und ans bestehende Netz angeschlossen werden. Erst wenn die Versorgung gesichert ist, kann die Brücke abgerissen und neu gebaut werden.

  • Alles bereit für die Dükerung an der Rur in Linnich.

  • Die beiden Düker liegen bereit – sie wurden am Rur-Ufer gebaut.

  • Letzte Vorbereitungen – die Schnüre über der Wasseroberfläche geben die Positionen der Düker vor.

  • Millimeterarbeit: Der erste Düker hängt am Kran und wird in die Rur gehoben.

  • Aus der Luft: Der erste Düker ist in der Rur.

Die Herausforderung: neue Leitungen müssen „durch die Rur“

Bereits 2023 begannen unsere Fachleute von der GELSENWASSER Energienetze, das Projekt zu planen. Das waren die drei besonderen Herausforderungen dabei:

  1. Welche Leitungen sollen in den Düker?
  2. Wie verlegen wir die Anschlussleitungen auf beiden Seiten?
  3. Wie viel Platz lassen für zukünftig notwendige Leitungen, die wir jetzt noch nicht kennen?

Eigentlich sollten die Leitungen mit dem Spülbohrverfahren unter der Rur verlegt werden. Doch der Versuch scheiterte am Untergrund: zu viele Steine, grober Schotter und Schutt. Deshalb mussten unsere Expertenteam umplanen.

Das bedeutete auch verlängerte Genehmigungsverfahren, mehr Planungsaufwand und neue Ausschreibungen.

Gemeinsam mit anderen Unternehmen wie dem Netzbetreiber Regionetz und der Telekom stemmten wir die Herausforderungen. Und so konnten unsere Kollegen Alexandra Theil und Manuel Behlke dann zuschauen, wie der Düker in der Rur „versenkt“ wurde. Das übernahmen Fachleute der Firma Hülskens Wasserbau. Sie haben dafür vorher einen Graben in der Rur ausgehoben, alle Vorarbeiten ausgeführt.

  • Der zweite Düker wird neben den anderen in die Rur gehoben.

  • Ein Taucher kontrolliert die Lage des Dükers im Flussbett und entfernt die Haken der Kranseile.

  • Unterwegs zum zweiten Düker – der Taucher muss zwei Mal ins Wasser.

  • Beide Düker liegen in der Rur – Zeit für eine Pause.

  • Die Düker werden beim Einsetzen mit Seilen in Position gehalten.

Kurz erklärt: Was ist ein Düker?

Ein Düker ist eine unterirdische Rohrleitung, die ein Hindernis von unten quert, zum Beispiel einen Flussx, einen Kanal, eine Straße oder Bahngleise.

Die Leitung taucht vor dem Hindernis nach unten ab und steigt auf der anderen Seite wieder nach oben. Über Düker können zum Beispiel Abwasser, Trinkwasser oder Energie transportiert werden.
Ein Düker-Rohr kann mehrere Leitungen bzw. Kabel verschiedener Versorger enthalten.

Eine enge Zusammenarbeit ist Voraussetzung für den Projekterfolg: In den Dükern liegen unter anderem Versorgungsleitungen der GELSENWASSER Energienetze und der Regionetz.

Eine enge Zusammenarbeit ist Voraussetzung für den Projekterfolg: In den Dükern liegen unter anderem Versorgungsleitungen der GELSENWASSER Energienetze und der Regionetz.

Schon gewusst?

Unsere 100%-Tochter GELSENWASSER Energienetze (GWN) kümmert sich in Linnich um die Energie- und Wasserversorgung. Bereits seit 1979 kümmern wir uns um die Erdgas-Versorgung vor Ort; seit 1991 um die Wasserversorgung.

Seit 2025 gehören auch Aufgaben rund um das Stromnetz zu unserem Portfolio, z. B. Zählerwechsel, technische Abstimmungen bei PV-Anlagen, die Koordination samt Instandhaltung und Neubau von Hausanschlüssen sowie netzbezogene Planung und Durchführung von Kabelmaßnahmen. Die Regionetz GmbH kümmert sich um den Netzbetrieb.

Ein starkes Projekt unser Expert*innen, das zeigt, wie viel technische Expertise, Koordination und Präzisionsarbeit hinter einer sicheren Versorgung steckt.

Ein starkes Projekt unser Expert*innen, das zeigt, wie viel technische Expertise, Koordination und Präzisionsarbeit hinter einer sicheren Versorgung steckt.

Autor*in

Mareike Roszinsky

Seit über 15 jahren bei Gelsenwasser verantwortlich für Social Media. Ich mache Daseinsvorsorge und Infrastruktur sichtbar – als Corporate Influencerin im #teamblaugrün der GELSENWASSER AG, und mit digitaler Kommunikation in der Unternehmenskommunikation. Infrastruktur-Themen müssen offen, authentisch und verständlich kommuniziert werden. Arbeitsdevise bei meiner Mission: Sachlich-fachlich allein reicht nicht, es muss emotional packend sein.