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Wassernerds

Recklinghausen auf dem Weg zur Schwammstadt

Mareike Roszinsky / 16. September 2026

Wir begleiten die Stadt Recklinghausen auf ihrem Weg zur Schwammstadt. Und erklären hier, worum es dabei geht.

Die Flutkatastrophe im Ahrtal ist mehrere Jahre her. Das letzte Starkereignis in deiner Stadt wahrscheinlich nur wenige Monate. Eine Folge des Temperaturanstiegs durch den Klimawandel: Anzahl und Intensität von Starkregenereignissen werden zunehmen!
Eng, versiegelt, begrenzt – gerade in Städten stellt Starkregen eine Gefahr dar. Es gibt kaum Flächen, wo das Wasser versickern kann. Das Regenwasser fließt in die Kanalisation, die für solche Ereignisse [NN1.1]aber zu „klein“ ist. Überflutungen sind die Folge.
Die Kanalisation anzupassen, reicht nicht aus. Und wäre in dem dafür benötigten Umfang wirtschaftlich nicht umsetzbar.
Stattdessen muss der gesamte Umgang mit Wasser in der Stadt angepasst werden. Und, dass nicht nur für Starkregen, sondern genauso für Hitze. Für Extreme wie auch fürs Alltägliche.
Der entscheidende erste Schritt dafür ist, das Niederschlagswasser von der Mischwasserkanalisation abzukoppeln.

Wir schauen uns das am Beispiel Recklinghausen genauer an!

Blick auf den Konrad-Adenauer-Platz in Recklinghausen mit versoegelter Fläche und Pfützen.

Ein Starkregen- und Hitze-Hotspot – der Konrad-Adenauer-Platz in Recklinghausen: viel versiegelte Fläche, wenig Grün.

KRiS: Vom Konzept zur Umsetzung

Dort haben wir im Rahmen des Förderprogramms „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“ – kurz KRiS – gemeinsam mit der Stadt zunächst eine Studie erstellt: In der haben wir Möglichkeiten untersucht, mit welchen konkreten Maßnahmen Recklinghausen zur Schwammstadt werden kann.

Diese 5 Schritte haben wir gemacht:

  1. Grundlagendaten gesammelt und ausgewertet: Dabei haben wir Bestehendes berücksichtigt, z.B. Starkregengefahrenkarte, Klimaanpassungskonzept, Abwasserbeseitigungskonzept…
  2. Betroffene Orte identifiziert: Wo genau ist das Risiko von Überflutung durch Starkregen besonders hoch? Wo treten Hitzeinseln auf?
  3. Potenzialanalyse erstellt: Was hilft wo am besten?
  4. Konzepte interdisziplinär mit der Kommune erarbeitet
  5. Umsetzung der Projekte gemeinsam geplant

In Zukunft werden wir hier regelmäßig berichten, wie diese Maßnahmen in Recklinghausen umgesetzt werden.

Diese Orte in Recklinghausen spielen eine zentrale Rolle:

  • Erlbruchpark inklusive Teich
  • Konrad-Adenauer-Parkplatz
  • Paulusanger mit Lückenschluss zum Erlbruchpark
  • Rathausplatz inklusive Rathaus, Stadthaus A und Feuerwehr

Für die oben genannten Orte dient der Hellbach als Vorfluter, in den das „abgekoppelte“ Niederschlagswasser eingeleitet wird.

Grafik: Die Orte in Recklinghausen: Innerhalb der roten Linien wird der Umgang mit Wasser zukünftig weiter verbessert.

Die Orte in Recklinghausen: Innerhalb der roten Linien wird der Umgang mit Wasser zukünftig weiter verbessert.

Integraler Planungsprozess: gemeinsam von der ersten Sekunde an

Das ist dabei besonders wichtig: Alle Fachbereiche sind von Anfang an dabei und ziehen an einem Strang. Im Fachjargon heißt das „integraler Planungsprozess“.

Das heißt in der Praxis: Expert*innen aus allen notwendigen Fachbereichen und Ämtern sitzen von der ersten Sekunde an zusammen am Tisch und entwickeln zusammen die beste Lösung.
Ein integraler Planungsprozess bringt alle Perspektiven früh zusammen, damit am Ende eine ganzheitliche Lösung entsteht. So werden nicht nur Konflikte früher erkannt, sondern nachhaltigere, kosteneffizientere Ergebnisse erreicht!

Blick auf einen Weiher im Erlbruchpark in Recklinghausen

Der Erlbruchpark spielt eine zentrale Rolle bei Recklinghausens Weg zu Schwammstadt.

Das solltest du wissen: Was ist eine Schwammstadt?

Eine Schwammstadt ist ein Konzept der Stadtplanung, bei dem Städte wie ein Schwamm funktionieren.
Das Ziel: Regenwasser wird aufgenommen, gespeichert und langsam wieder abgegeben, statt sofort in die Kanalisation abzufließen.

Das bedeutet konkret:

  • Unversiegelte Flächen, z.B. Grünflächen, Parks oder begrünte Dächer, nehmen Wasser auf.
  • Versickerungsflächen und durchlässige Böden speichern es im Untergrund.
  • Bei Hitze wird das gespeicherte Wasser wieder abgegeben und kühlt die Stadt.

Kurz gesagt: Eine Schwammstadt schützt vor Starkregen und Überschwemmungen und sorgt gleichzeitig für ein angenehmeres, kühleres Stadtklima. Das Konzept ist wesentlich für eine höhere Klimaresilienz urbaner Lebensräume. Städte können so besser auf Starkregen und Hitze reagieren.

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Autor*in

Mareike Roszinsky

Seit über 15 jahren bei Gelsenwasser verantwortlich für Social Media. Ich mache Daseinsvorsorge und Infrastruktur sichtbar – als Corporate Influencerin im #teamblaugrün der GELSENWASSER AG, und mit digitaler Kommunikation in der Unternehmenskommunikation. Infrastruktur-Themen müssen offen, authentisch und verständlich kommuniziert werden. Arbeitsdevise bei meiner Mission: Sachlich-fachlich allein reicht nicht, es muss emotional packend sein.