Unser Mitarbeiter Dieter Eschner war mit Viva con Agua in Nepal. Er besuchte Wasserprojekte, die von der Gelsenwasser-Stiftung unterstützt werden.

Für die Menschen in Nepal sind Strom und Wasser alles andere als selbstverständlich. Eine Infrastruktur – das, was wir darunter verstehen – gibt es einem der ärmsten Länder der Erde nicht.
Stromausfälle gehören in Nepal zum Alltag. In vielen Orten gibt es gar keine Energie, oder nur stundenweise. Wasser ist extrem kostbar. In den Städten ist das Flusswasser oft verschmutzt und Trinkwasser knapp. Auf dem Land sind Entfernung und Berge das Problem. Frauen tragen das Wasser kilometerweit berghoch und -runter – den Kanister hinten, das Kind vorne. Ein Anblick, den unser Mitarbeiter Dieter Eschner auf seiner Nepal-Reise oft sah.

Infrastruktur aufbauen geht nicht, ohne Hygiene zu schulen

Er reiste gemeinsam mit einer 15-köpfigen Reisegruppe von Viva con Agua (VcA) und dem Fotografen Marco Fischer nach Chitwan, eine Region südwestlich von Kathmandu. Dort unterstützt die Gelsenwasser-Stiftung Wasserprojekte, die von VcA gemeinsam der Welthungerhilfe (WHH) gestemmt werden. Es geht darum, den Menschen dauerhaft Zugang zu sauberem Trinkwasser und zu sanitären Einrichtungen zu ermöglichen.
Im Rahmen der Projekte bekommen Dörfer und Schulen eine Wasserversorgung und sanitäre Einrichtungen. Alles wird an die lokalen Möglichkeiten angepasst. Damit die Projekte nachhaltig sind, wird gleichzeitig Hygiene geschult, zum Beispiel richtiges Händewaschen erklärt. So sollen Krankheiten verhindert werden.

VcA ist in Chitwan vor allem in Schulen aktiv. Die Kinder haben oft sehr lange Wege, daher sind Trinkwasser und Toiletten in der Schule wichtig. Und schon die Jüngsten sind Botschafter für die lebenswichtigen Hygiene-Regeln..

Daseinsvorsorge wie wir sie kennen, gibt es dort nicht. Existenzielles steht viel mehr im Vordergrund; Materielles dagegen gar nicht. Man wird dort geerdet.
Dieter Eschner

Rat und Hilfe zu technischen Problemen bei der Wasserversorgung

Gelsenwasser-Mitarbeiter Dieter Eschner begutachtet eine Wasserinstallation in Nepal.

Gelsenwasser-Mitarbeiter Dieter Eschner begutachtet eine Wasserinstallation in Nepal.

Zwei Wochen reiste Dieter Eschner in Chitwan von Projekt zu Projekt. Mit klapprigen Jeeps und Bussen ging es in einsame Bergdörfer. Wo die Wege zu schmal und steil wurden, musste die Gruppe zu Fuß weiter. Übernachtet wurde mit „alle Mann“ in Hütten. Weit weg von Hotelbetten, Toiletten und Warmwasser-Duschen.
In den Dörfern und Schulen schaute er sich Wasserbehälter und Wasserleitungen an, die auch mithilfe unserer Stiftung, VcA und der WHH gebaut werden konnten. Bei Problemen half unser Fachmann und gab Tipps, wie die Wasserinstallationen verbessert werden können.

Zum Beispiel:

  • dass Schieber richtig verschlossen werden müssen, damit keine Keime eindringen können, zum Beispiel nicht mit Plastiktüten.
  • dass Bleche als Abdeckungen für Wasserbehälter völlig ungeeignet sind, weil durch die Rost-Löcher vieles ins Wasser gelangen kann, was nicht hineingehört.
  • dass Tiere aus hygienischen Gründen von den Wasserspeichern ferngehalten werden müssen.
    Dieter Eschner erklärte, wie Schäden schnell und mit wenig Geld behoben werden können und packte auch mal kurzerhand beim Reparieren mit an.

Was passiert, wenn Bakterien im Wasserbehälter auftauchen?

Dabei fiel dem Tüftler ein Problem auf: Was, wenn so ein Wasserbehälter, in den mehrere tausend Liter Wasser passen, durch Bakterien verschmutzt ist? In Deutschland werden Leitungen desinfiziert und gespült, Wasserproben im Labor untersucht. Das alles gibt es in Nepal nicht.
Welche Lösung Dieter Eschner dafür bei Gelsenwasser ausheckt – das erfahrt Ihr im nächsten Blogbeitrag.

Schnelle Hilfe von unserem Fachmann Dieter Eschner und den Jungs von Viva con Agua bei der Wasserversorgung in Nepal.

Schnelle Hilfe von unserem Fachmann Dieter Eschner und den Jungs von Viva con Agua bei der Wasserversorgung in Nepal.

Kleines Porträt 
Dieter Eschner gehört seit über 20 Jahren zum „Team blau-grün“. Er arbeitet als Meister in der Betriebsdirektion Gelsenkirchen. Er kennt sich bestens mit Trinkwasser und der dazugehörigen Infrastruktur aus. Sein Fachwissen war bereits mehrfach im Ausland gefragt, unter anderem in Algerien, dem Kosovo, Guadelupe und Frankreich.


FOTOS
© Marco Fischer / Viva con Agua

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