Unsere Mitarbeiter Dieter Eschner und Rüdiger Symczak testeten eine UV-Lampe, die Bakterien im Wasser abgetötet. Das wäre eine günstige Lösung für sauberes Trinkwasser in den Dörfern Nepals und in Afrika.

Im Dezember war unser Mitarbeiter Dieter Eschner zwei Wochen in Nepal. Er schaute sich die Wasserprojekte von Viva con Agua in der Region Chitwan an, die von der Gelsenwasser-Stiftung unterstützt werden (Blogbeitrag zur Nepal-Reise).

Was passiert, wenn Keime im Wasserbehälter auftauchen?

Dabei fiel ihm auf: Im Gelsenwasser-Versorgungsgebiet sorgen wir für eine einwandfreie Trinkwasserqualität. Finden sich gefährliche Keime im Wasser, wird desinfiziert. Und wir engagieren uns für den Schutz der Wasserressourcen.
In Chitwan gibt es keine Wasserversorgung wie wir sie kennen. Keine Wasserwerke, Leitungsnetze, und Desinfektionsmöglichkeiten.
In den Bergdörfern wird das Wasser in großen Behältern gesammelt. Gelangt Schmutz in die Wasserbehälter, können sich gesundheitsgefährdende Bakterien bilden. Das kann zu Krankheiten führen.

Was können die Menschen in den abgelegenen Dörfern tun, wenn Behälter und Trinkwasser mit Bakterien verunreinigt sind? Wie können sie den Behälter reinigen, dass wieder gefahrlos Trinkwasser darin gespeichert werden kann?
Dieter Eschner hatte dazu eine Idee, als er vor seinem Gartenteich stand. Er setzt wie viele andere Teich-Liebhaber UV-Lampen ein, um Algen und Keime abzutöten. Man könnte das Trinkwasser in den nepalesischen Bergdörfern bei Bedarf mit so einer UV-Lampe desinfizieren. Die wiegt nur 300 Gramm und lässt sich – im Gegensatz zu Kanistern mit Wasserstoffperoxid – leicht in die Bergdörfer bringen, die nur zu Fuß erreichbar sind.

Was ist UV-Desinfektion und wie funktioniert sie?

In Wasserwerken ist UV-Desinfektion eine bewährte Methode, zum Beispiel in unserem Verbundwasserwerk in Essen*. Dabei wird das Wasser mit UV-Licht bestrahlt. Dadurch werden Bakterien abgetötet – ohne Chemie. Die ultravioletten Strahlen zerstören die DNA der Bakterien, so dass sie sich nicht mehr vermehren können. Farbe, Geschmack und Geruch des Wassers verändern sich dabei nicht; bei Chemikalien (z.B. Chlor) ist das anders.

Die UV-Lampen haben viele Vorteile, sie:

  • sind kostengünstig
  • sind leicht zu transportieren
  • sind leicht zu handhaben
  • desinfizieren schnell
  • desinfizieren Wasser ohne zusätzliche Chemie
  • brauchen nur wenig Strom

Deshalb sind sie gerade für abgelegene Regionen von Vorteil!

UV-Lampen-Test bei Gelsenwasser

Gelsenwasser-Stiftung und Viva con Agua testen UV-Lampe für sauberes Trinkwasser in Dritte-Welt-Ländern

Um herauszufinden, wie das Ganze in Nepal funktionieren kann, haben Dieter Eschner und Rüdiger Szymczak von der WWU (Westfälischen Wasser- und Umweltanalytik) einen Versuch gestartet. Dazu wurde ein Kunststoff-Behälter mit ca. 500 Litern Wasser gefüllt – wie im nepalesischen Bergdorf. Dann wurde das Wasser mit Erde und anderem Dreck verschmutzt. Die Laborproben zeigten nach kurzer Zeit sehr viele Bakterien.

Bei dem Versuch haben wir die Bedingungen in Nepal nachgestellt. Denn die Lösung muss für die Menschen vor Ort funktionieren.
Gelsenwasser-Mitarbeiter Dieter Eschner

Dann hängten sie eine UV-Lampe aus dem Teichbedarf (knapp 300,- Euro) mit einer einfachen Konstruktion in den Wasserbehälter. Das Wasser wurde mehrmals einige Minuten „bestrahlt“ und so schnell desinfiziert.
Auch die Bakterien, die an Schmutzpartikel gebunden waren, oder an der Wand des Behälters saßen, wurden größtenteils abgetötet.

Insgesamt nahm die Zahl der wachstumsfähigen Bakterien durch die ultravioletten Strahlen stark ab, fast bis auf null.
Rüdiger Szymzcak

Die UV-Lampen, die eigentlich für den Teichbedarf sind, können den Menschen in Chitwan im Ernstfall wirklich helfen!

Wir überlegen jetzt gemeinsam mit Viva con Agua, wie die Lösung mit den UV-Lampen für die Wasserprojekte in Chitwan und Afrika umgesetzt werden kann. Wir halten Euch auf dem Laufenden!

*Das Verbundwasserwerk Essen wird von der Wassergewinnung Essen GmbH betrieben. Diese ist eine gemeinsame Tochtergesellschaft der Stadtwerke Essen und der Gelsenwasser AG.


FOTOS
© GELSENWASSER AG / Roszinsky

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