Seit 2008 setzt GELSENWASSER Seeforellen im Halterner Stausee aus. So wird der Fischbestand gepflegt und auf natürliche Weise auch die Wasserqualität verbessert.

Frühmorgens am Halterner Stausee: Fischzüchter Hans Heinrich Plitt aus dem Sauerland bringt eine kostbare Fracht. Auf der Ladefläche seines Pickups hat er zwei Spezialbehälter fest verzurrt. 12.000 kleine Seeforellen schwimmen in den grünen Kunststoffbecken.

Gelsenwasser-Fischwirt Holger Schenk wartet schon am Seeufer des Nordbeckens. Gemeinsam mit Andrea von Darl, Biologisch-Technische Assistentin der Westfälischen Wasser- und Umweltanalytik (WWU), begutachtet er die Fische. Diese sind ein bis zwei Jahre alt und neun bis zwölf Zentimeter lang. „Die sehen sehr gut aus“, freuen sich die zwei. Die beiden Fachleute kümmern sich bereits seit Jahren um den Fischbestand in der Talsperre Haltern.

Ganz behutsam keschert Schenk die kleinen Seeforellen in Eimer, die er zur Hälfte mit Seewasser und mit Wasser aus den beiden Spezialbehältern befüllt hat. So wird der Temperatur-Wechsel für die sensiblen Fisch leichter. Dann steigt er knietief ins Wasser und entlässt die jungen Seeforellen behutsam in die Freiheit. In den ersten Sekunden scheinen die Fische vor Schreck erstarrt – dann plötzlich schwimmen sie alle davon. „Sie müssen sich einige Sekunden an die neue Umgebung und das Wasser gewöhnen“, erklärt Holger Schenk. Die Hälfte der Fische setzt er am Ufer aus, die anderen vom Boot aus an verschiedenen Stellen im Halterner Stausee.

Fischbestand im Halterner Stausee pflegen

Seit 2008 werden Seeforellen im Halterner Stausee ausgesetzt. Ziel der Aktion ist es den Fischbestand zu pflegen. „Wir brauchen genügend Raubfische wie eben Seeforellen, Aale, Hechte und Barsche im See, damit der Weißfischbestand nicht zu groß wird“, erklären von Darl und der GELSENWASSER-Fischwirt.
Denn auf dem Speiseplan der Weißfische, wie Rotaugen oder Brassen, stehen Wasserflöhe. Es ist aber gut, wenn sich viele dieser Kleinkrebse im Wasser tummeln. Denn diese sind natürliche Wasser-Filtrierer. „Sie verbessern die Wasserqualität“, sagt Andrea von Darl. Das ist für Gelsenwasser wichtig, schließlich wird aus dem Seewasser im benachbarten Wasserwerk Trinkwasser gewonnen!

Die Wasserqualität ist besonders wichtig bei der Gewinnung von Trinkwasser. Direkt am Stausee befindet sich das Gelsenwasser-Wasserwerk. Was genau jeder von uns tun kann, um unsere Wasserressourcen zu schützen, kann man hier nachlesen: https://www.gelsenwasser.de/aus-verantwortung/fuer-unser-trinkwasser/.

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