Plastik ist eines der größten Umweltprobleme. Die EU muss handeln. Mit einem Verbot von Plastik-Einwegprodukten und einer Recycling-Quote für Plastikflaschen sollen Plastikmüll und Mikroplastik eingedämmt werden.

Selbst dort, wo kein Mensch lebt, findet man es in der Umwelt: Plastik. Plastikmüll richtet verheerende Umweltschäden an. Besonders viel davon schwimmt in den Meeren und wird zu Mikroplastik, das in den Nahrungs- und Wasserkreislauf gelangt. Aber auch Binnengewässer sind betroffen. Welche Folgen das langfristig für die Umwelt und uns Menschen hat, wird von Wissenschaftlern und Versorgern wie Gelsenwasser genau untersucht. Denn Mikroplastik im Wasserkreislauf ist vor allem für Kläranlagen eine zunehmende Herausforderung. Weshalb das Thema auch im ersten Entwurf zur neuen Trinkwasser-Richtlinie auftaucht.
Vor diesem Hintergrund will die Europäische Union, kurz EU, bestimmte Einweg-Plastikprodukte verbieten. So sollen nicht nur bestimmte Plastikprodukte vom Markt verschwinden, sondern auch die Hersteller stärker in die Pflicht genommen werden. Sie sollen für Umweltschäden, die durch ihre Produkte entstehen, zahlen müssen.

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Mehr als 80 % des Mülls im Meer ist Plastik!

Umweltschützer bewerten den EU-Vorschlag als notwendig und Schritt in die richtige Richtung. Auch Wasserversorger sehen den EU-Vorschlag positiv. „Unsere Gewässer, nicht nur die Meere, sondern auch Seen und Flüsse, aus denen Trinkwasser gewonnen wird, enthalten sehr viel Mikroplastik. Es ist absolut richtig, die Verursacher – in dem Fall die Hersteller – mit in die Verantwortung zu nehmen“, findet Gelsenwasser-Vorstand Henning Deters.
Neben Arzneimitteln und Spurenstoffe ist Mikroplastik eines der wichtigsten Themen für Wasserversorger.

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2050 könnte drei Mal so viel Plastik im Meer schwimmen als Fische!

Die wichtigsten Punkte der EU-Kommission zu Plastik

  • bestimmte Produkte aus Kunststoff werden verboten, wenn es erschwingliche Alternativen gibt, z. B. Einweg-Geschirr, Wattestäbchen, Strohhalme, Luftballonstäbe usw.
  • EU-Mitglieder müssen dafür sorgen, dass weniger Verpackungen und Getränkebecher aus Plastik verwendet werden
  • Hersteller zahlen für den Abfall und die Entsorgung ihrer Kunststoffprodukte das soll Anreiz schaffen, Produkte umweltfreundlicher zu verpacken, z. B. Lebensmittel
  • EU-Mitglieder müssen bis 2025 90 % ihrer Einweg-Getränkeflaschen aus Kunststoff mit Pfandsystemen sammeln
  • Kunststoff-Produkte müssen für den Verbraucher klar gekennzeichnet werden, wie sie entsorgt werden müssen
  • Großen Anteil am Plastikmüll im Meer machen Teile der Fischfang-Industrie aus. Auch da werden die Hersteller der Geräte in die Pflicht genommen

Die 10 Plastikprodukte, die sich am häufigsten in den Ozeanen und am Strand als Müll finden

  • Wattestäbchen
  • Plastikgeschirr
  • Luftballons und Zubehör
  • Essensverpackungen
  • Einweg-Getränkebecher
  • Plastikflaschen
  • Zigarettenverpackungen und -stummel
  • Plastikbeutel
  • Chipstüten und Bonbonverpackungen
  • Feuchttücher und andere Sanitärprodukte
  • Fischfang-Geräte

Auch der Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) bewertet den Vorschlag der EU-Kommission positiv.

„Ein zentraler Ansatz, diesem Problem Herr zu werden, ist die Abfallvermeidung: Denn der beste Abfall ist der, der gar nicht entsteht.“
VKU-Vizepräsident Patrick Hasenkamp

Das ganze Statement vom VKU zum Thema können Sie hier lesen.

Ob und wann das Plastikverbot kommt, steht noch nicht fest. Die EU-Kommission hat diese Pläne am 28. Mai 2018 zwar bestätigt – aber die Richtlinie ist zunächst nur ein Vorschlag. Sie muss von den EU-Staaten und im EU-Parlament verhandelt werden. Das könnte im Normalfall Jahre dauern. Allerdings rät die Kommission, den Vorschlag möglichst schnell zu bearbeiten – um noch vor der Europawahl 2019 erste Ergebnisse zu haben. Zeit, in der noch viel mehr Plastikmüll in den Ozeanen landet, wenn wir alle uns selbst nicht endlich auf die Finger hauen!

Wasser versus Wattestäbchen: EU will Plastik verbieten um gegen Plastikmüll und Mikroplastik vorzugehen

Völlig überflüssig und Teil des großen Problems „Plastikmüll“: Einweg-Plastiktüten in der Gemüseabteilung im Supermarkt.

Tipps: Vermeiden Sie Einwegplastik zu Hause!

  • kein Einweg-Geschirr für Partys nutzen
  • Coffee-to-go nur aus Mehrweg-Bechern
  • keine Wattestäbchen, Strohhalme usw. aus Plastik kaufen
  • Plastiktüten gegen Einkaufskörbe und Baumwolltaschen tauschen
  • Leitungswasser trinken statt Mineralwasser aus Plastikflaschen
  • Kosmetika mit Mikroplastik vermeiden

Schwerpunkt Plastikmüll: Am 8. Juni ist Tag des Meeres (World Oceans Day)

Gibt es seit 1992 und wurde von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen um auf Probleme rund um die Ozeane aufmerksam zu machen. Dieses Jahr ist der Schwerpunkt der Plastikmüll in den Meeren!
#WorldOceansDay

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Wattestäbchen: © Daniela Strk – fotolia.com / #84887405
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