Gelsenwasser positioniert sich zur EU-Gesetzgebung und engagiert sich in der europäischen Trinkwasser-Politik. In diesem Jahr stehen in der Wasserwirtschaft wichtige Entscheidungen an.

Deshalb eröffnete unser Vorstand Dr. Dirk Waider Anfang Juni in seiner Rolle als Vizepräsident Wasser des DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V.) die Wasserkonferenz von DVGW und BDEW in Brüssel.
Im Mittelpunkt standen die Revision der EU-Trinkwasserrichtlinie, die EU-Arzneimittelstrategie und die Wasserrahmenrichtlinie. Außerdem diskutierten Abgeordnete des europäischen Parlaments, Vertreter der Wasserwirtschaft und Verbände über die Zukunft der EU-Agrarpolitik.

Wasserwirtschaft in Brüssel

Dr. Dirk Waider eröffnet die Wasserkonferenz in Brüssel.

EU-Rechtsrahmen für unser „Lebensmittel Nummer Eins“

Im Herbst wird es nach 20 Jahren eine neue EU-Trinkwasserrichtlinie geben. Aus Sicht der Wasserwirtschaft ist der Entwurf des Berichterstatters ein deutlicher Fortschritt für unser Trinkwasser gegenüber der alten Richtlinie. Man sehe aber noch Verbesserungspotential. Die Qualitätsparameter müssten vielmehr als bisher den Empfehlungen der WHO entsprechen. Wichtig für Dr. Waider war die Tatsache, dass Bürger in Bezug auf die Wasserqualität und Informationen gleich behandelt werden. Dies sei aktuell noch nicht der Fall. Demnächst stellt der risikobasierte Ansatz sicher, dass ständig – nämlich from source to tap – Risikoquellen zur Gefährdung des Trinkwassers analysiert werden. Risikobeherrschung ist richtig, denn wichtigstes Prinzip sollte immer sein: Vorsorge statt Reparatur. Wasserversorger dürfen nicht als Verursacher von Verunreinigungen und Reparaturbetrieb gesehen werden.

Pharmastrategie gegen Arzneimittelrückständen in Gewässern

Das Vorsorgeprinzip gilt ebenso bei der Verschmutzung der Wasserressourcen durch Arzneimittelrückstände. Die Wasserwirtschaft fordert mehr Transparenz entlang des gesamten Lebenszyklus – also auch schon bei der Produktion von Medikamenten. Im Sinne von Green Pharmacy sollte man der Verschmutzung von Gewässern durch Medikamentenrückstände schon an der Quelle entgegenwirken. Die Konferenz hat gezeigt, dass sich die Pharmaindustrie mittlerweile auch durchaus in der Verantwortung sieht, umweltschonend zu produzieren und Krankenhäuser, Ärzte und Patienten für die richtige Anwendung zu sensibilisieren.

Ökologische Landwirtschaft soll belohnt werden

Diskutiert wurde auch die gemeinsame europäische Agrarpolitik (GAP) im Rahmen einer nachhaltigen Wasserwirtschaft. Die GAP dient als Plattform, um die EU-Fördermittel auf die Landwirtschaft zu verteilen. Aus Sicht der Wasserwirtschaft muss die gemeinsame EU-Agrarpolitik so ausgelegt werden, dass die Anforderungen des Gewässerschutzes oberste Priorität haben, um so langfristig die Nitratbelastung im Grundwasser durch Massentierhaltung und Überdüngung zu reduzieren.

Es bleibt also spannend um die EU-Gesetzgebung für wichtige Themen der Wasserwirtschaft in 2018.

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Pressemitteilung von BDEW und DVGW