Die Wasserversorger in NRW klären mit Video und Kampagnen über richtige Entsorgung auf. Denn neben der Politik und der Pharmaindustrie als Verursacher können auch wir Verbraucher etwas tun.

Unser Trinkwasser hat dank der Aufbereitung in den Wasserwerken eine einwandfreie Qualität. Aber wir finden immer mehr Rückstände von Medikamenten in unseren Gewässern. Einmal im Wasserkreislauf, können die Spurenstoffe der Umwelt schaden und die Trinkwassergewinnung erschweren.
Gelsenwasser und andere NRW-Wasserversorger arbeiten gemeinsam mit Landesumweltministerin Ursula Heinen-Essen an Lösungen.

Viele Einträge sind vermeidbar: Medikamente gehören in den Restmüll statt in die Toilette

Viele Medikamente würden gar nicht im Wasserkreislauf landen, wenn Verbraucher sie richtig entsorgen würden. Arzneimittel – egal ob Tropfen oder Tabletten – dürfen niemals in der Toilette oder der Spüle „entsorgt“ werden.

Abgelaufene Medikamente richtig entsorgen

  • im Restmüll (in den meisten Kommunen)
  • an der örtlichen Schadstoff-Sammelstelle
  • in Apotheken (auf freiwilliger Basis)

Die lokalen Ver- und Entsorger klären über die richtigen Wege/Stellen auf.

Besser und mehr aufklären über Medikamente in Gewässern, denn viele Verbraucher sind unsicher

Umfragen zufolge sind viele Menschen unsicher, wie sie mit abgelaufenen Medikamenten umgehen sollen. Mit kommunalen Kampagnen, Info-Maßnahmen in Krankenhäusern, Rücknahmesystemen und anderen Projekten versuchen die Wasserversorger und Abwasserentsorger in NRW aufzuklären. Zu diesem Zweck hat der BDEW NRW gemeinsam mit Gelsenwasser, dem NRW-Umweltministerium und anderen Partnern ein Aufklärungsvideo gedreht.

Alle Beteiligten müssen an einem Strang ziehen

Aber das Problem kann so nicht gelöst werden. Wir werden durch den medizinischen Fortschritt älter und nehmen mehr Medikamente. Für eine Lösung müssen alle Beteiligten mitarbeiten!

  1. Wo es nötig ist, werden punktuell die Kläranlagen mit einer zusätzlichen Aufbereitung ausgerüstet. Das macht vor allem dort Sinn, wo viele Medikamente in den Kreislauf gelangen, zum Beispiel in Krankenhäusern.
  2. Die Pharmaindustrie soll als Verursacher ihrer Verantwortung gerecht werden. Sie sollte intensiv an Produkten forschen, die genauso gut wirken, aber besser in der Umwelt zersetzt werden. Sie könnte die Paketgrößen anpassen, damit weniger abgelaufene Medikamente in den Haushalten entsorgt werden müssen.
  3. Ärzte und Apotheker können einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie die Umweltverträglichkeit und die Notwendigkeit eines Medikaments beim Verschreiben noch stärker mit bedenken.

Auch in Berlin arbeiten Umweltministerium (BMU), Pharmaindustrie und Wasserversorger gemeinsam an diesem Thema. In der „Spurenstoffstrategie“ des Bundesumweltministeriums wurden Maßnahmen erarbeitet, die weiterentwickelt und konkretisiert werden müssen. Trotz Fortschritts ist man da noch nicht am Ziel! Im „Nationalen Wasserdialog des BMU“ arbeitet die Industrie hoffentlich weiter mit daran, die Einträge zu verringern.


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Arzneimittel richtig entsorgen
Pressemitteilung des Bundesumweltministeriums
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Alte Medikamente richtig entsorgen
Trinkwasser ist ein Naturprodukt und empfindlich

FOTO/VIDEO
Video: © BDEW
Titelbild: © fotolia.com / #85667834 / Urheber: TR Design

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