Nach vier Jahren Stagnation sind die Treibhausgasemissionen in Deutschland im vergangenen Jahr um 38 Millionen Tonnen gesunken – wegen des Wetters und nicht aufgrund der Klimaschutz-Maßnahmen.

Die Zahlen beruhen auf einer ersten Schätzung des Umweltbundesamtes. Demnach produzierte Deutschland 2018 868,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente*. 2017 waren es 907 Mio. t CO2-Äquivalente. Die genauen Zahlen für 2018 werden erst im Januar 2020 veröffentlicht.

*Treibhausgasemissionen werden in CO2-Äquivalente umgerechnet, um ihre Wirkung auf das Klima vergleichbar zu machen.

Klimabilanz 2018 mit weniger Treibhausgasen

Dürresommer 2018 beeinflusst THG-Emissionen

Es wurde mehr Energie aus regenerativen Energien wie Sonne und Wind produziert. Durch erneuerbare Energien wurden 184 Mio. Tonnen CO2- Äquivalente eingespart. Deutlich weniger THG-Emissionen produzierte die deutsche Energiewirtschaft: 14 Millionen Tonnen bzw. 4,5 Prozent.

THG-Emissionen der Energiewirtschaft in 2018 (CO2-Äquivalent in Mio. t)**

Kohlendioxid CO2 293,9
Methan CH4 3,0
Lachgas N2O 2,4
Gesamt 299,3

**Quelle: Umweltbundesamt

Die fossilen Energieträger Steinkohle (-13,4 Mio. t./-10,8 %) und Braunkohle (-3,6 Mio. t./-2,3 %) verringerten ihre THG-Emissionen.
Der Rückgang ist aber im Wesentlichen auf das Wetter im Jahr 2018 zurückzuführen, also auf das Klima selbst. Im milden Winter sank der Verbrauch fossiler Brennstoffe. Im Sommer wurden durch die dürrebedingten Niedrigstände der Flüsse weniger Kohle und Heizöl auf Schiffen transportiert. Dadurch stiegen die Preise an und die Nachfrage ging zurück.
Das zeigt sich auch im Gebäude-Sektor. Dort gingen die CO2-Emissionen um 15. Mio. t. (10,9 Prozent) zurück.

Fazit: CO2 muss weiter konsequent reduziert werden

Zwar gingen die THG-Emissionen 2018 zurück, doch wir müssen die Emissionen in den kommenden Jahren weiter erheblich reduzieren.
Die Energiewirtschaft dabei hat eine zentrale Rolle. Sie muss neue Technologien entwickeln und vorantreiben sowie bereits bestehende, die der Energiewende helfen, ausbauen und sie mit neuen Techniken verknüpfen.

  • Wir müssen konsequent auf erneuerbare Energien und die bestehende Erdgas-Infrastruktur setzen, um die Energiewende sozialverträglich zu stemmen.
  • Gleichzeitig muss die dezentrale Kraft-Wärme-Kopplung gefördert werden.
  • Power-to-Gas muss über Reallabore getestet werden.

Gleichzeitig sollte die Politik ihre Instrumente 2019 an CO2-Vermeidung ausrichten. Das Klimaschutzgesetz ist ein Baustein, der den Klimaschutz in Deutschland vorantreibt.


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Kraft-Wärme-Kopplung als Klimaschützer
Pressemitteilung des Umweltbundesamts
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Titelbild Dürre am Rhein, niedriger Wasserstand: pixabay.com / CC0

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